Sascha Knapp | SK Finance https://sk-finance.com Wachstum und Schutz Ihres Vermögens Fri, 19 Jun 2026 16:27:49 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 https://sk-finance.com/wp-content/uploads/2025/06/sk-finance-favicon-500x500px-150x150.png Sascha Knapp | SK Finance https://sk-finance.com 32 32 Rekordgewinne treffen auf Rekordbewertungen https://sk-finance.com/marktinformationen/rekordgewinne-treffen-auf-rekordbewertungen/ Tue, 16 Jun 2026 11:20:00 +0000 https://sk-finance.com/?p=880 Ein Markt im Spannungsfeld

„Alle Menschen sind klug – die einen vorher, die anderen nachher.“

Voltaire

Wenn man die aktuelle Lage an den Finanzmärkten betrachtet, drängt sich ein Gefühl des Widerspruchs auf. Einerseits erreichen die Aktienindizes, allen voran in den USA, immer neue Rekordstände. Andererseits stehen wir vor einer Gemengelage aus geopolitischen Krisen, hartnäckiger Inflation und steigenden Zinsen, die normalerweise für Zurückhaltung bei Investoren sorgt. Viele Anleger fragen sich zu Recht: Erleben wir eine gefährliche Entkopplung der Börsen von der Realität oder gibt es fundamentale Gründe für diese Rallye?

Die Antwort lautet: Beides trifft zu. Die Märkte preisen derzeit zwei Signale gleichzeitig ein – ein beeindruckendes Gewinnwachstum, das von einer technologischen Revolution angetrieben wird, und die realen Risiken eines globalen Angebotsschocks.

Die treibende Kraft: Phänomenale Unternehmensgewinne dank KI

Der Hauptgrund für die Stärke der Aktienmärkte, insbesondere in den USA, liegt in der außergewöhnlich positiven Berichtssaison für das erste Quartal 2026. Die Unternehmensgewinne haben die Erwartungen der Analysten regelrecht pulverisiert. Im S&P 500 meldeten die Unternehmen ein Gewinnwachstum von rund 27 % – mehr als doppelt so hoch wie die ursprünglich geschätzten 12 %. Fast 90 % der Unternehmen haben ihre Zahlen bereits vorgelegt, und eine beeindruckende Quote von 85 % konnte die Prognosen übertreffen.

Dieser Gewinnschub wird maßgeblich von einem breiten Investitionszyklus in Künstliche Intelligenz (KI) getragen. Die „Magnificent Seven“, die führenden US-Technologiekonzerne, deuten auf ein Gewinnwachstum von rund 57 % hin. Die geschätzten Kapitalausgaben im Zusammenhang mit KI belaufen sich mittlerweile auf bis zu 725 Milliarden US-Dollar. Dieser KI-Ausbau überlagert bislang die klassischen Bremsspuren, die ein makroökonomischer Schock normalerweise in den Bilanzen der Unternehmen hinterlassen würde.

Während die US-Unternehmen in einer eigenen Liga zu spielen scheinen, zieht die Gewinndynamik auch in Europa langsam an. Hier wird ein Wachstum des Gewinns je Aktie von rund 10 % erwartet – der stärkste Zuwachs seit drei Jahren. Dennoch hinkt Europa der Entwicklung in den USA deutlich hinterher, was die derzeitige Outperformance der US-Indizes erklärt.

Die Kehrseite der Medaille: Sündhaft teure Bewertungen

Trotz dieser beeindruckenden fundamentalen Daten dürfen wir die Augen nicht vor den hohen Bewertungen verschließen. Der sogenannte „Buffett-Indikator“, der die gesamte Börsenkapitalisierung ins Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt setzt, weist insbesondere für US-Aktien auf ein „sündhaft teures“ Niveau hin. Wir befinden uns in einem „Melt-up-Boom“, der durch die weltweiten Schuldenexzesse und die daraus resultierende Flucht in Sachwerte wie Aktien zusätzlich befeuert wird.

Quelle: Buffett Ratio vs Forward Prices/Sales – Stand 15.06.2026 – Yardeni Research
Quelle: Buffett Ratio vs Forward Prices/Sales – Stand

Diese Entwicklung führt zu einer immer stärkeren Konzentration in wenigen Börsenlieblingen, vor allem im amerikanischen Technologiesektor. Während diese Unternehmen die Indizes nach oben ziehen, wurden defensive Sektoren wie Konsumgüter oder Gesundheit in den letzten Jahren vernachlässigt und notieren teilweise auf langjährigen Tiefständen. Diese Konzentration birgt Risiken, die in einem diversifizierten Portfolio berücksichtigt werden müssen.

Geopolitik als Zünglein an der Waage

Die beeindruckenden Unternehmensgewinne lenken die Anleger derzeit von den schwelenden geopolitischen Konflikten ab, insbesondere von der fragilen Lage im Nahen Osten. Die aktuelle Einigung zwischen den USA und dem Iran ist noch kein finales Friedensabkommen. Es handelt sich vielmehr um eine Art Zwischenabkommen, ein sogenanntes Memorandum of Understanding. Die Kapitalmärkte reagierten heute freundlich auf das Abkommen. Aktien legten zu und Rohöl verbilligte sich deutlich.

Der konkrete Inhalt des Abkommens ist noch nicht bekannt. Mehrere Nachrichtenagenturen zufolge soll die Einigung 14 Punkte umfassen. Kernpunkt sei die sofortige und endgültige Beendigung der Militäroperationen an allen Fronten, also auch die Beendigung der Kämpfe im Libanon. Die Einigung beinhalte demnach auch die grundsätzliche Zusage Irans, in Zukunft auf den Besitz von Atomwaffen zu verzichten. Ein weiterer zentraler Punkt ist die Öffnung der Straße von Hormus für den Schiffsverkehr. Wie eine dauerhafte politische Einigung zum Schluss genau aussehen wird, bleibt also noch abzuwarten, und die Situation rund um die Straße von Hormus bleibt ein entscheidender Unsicherheitsfaktor.

S&P 500 Stock Price Index & Reported Earnings per Share – Stand 15.06.2026
Quelle: S&P 500 Stock Price Index & Reported Earnings per Share – Stand 15.06.2026 – Yardeni Researc

Dieser Konflikt ist mehr als nur ein politisches Störfeuer. Er wirkt über einen entscheidenden Kanal auf die Märkte: die Zinsen. Eine anhaltende Störung der globalen Lieferketten, insbesondere bei Energierohstoffen, treibt die Inflation und damit die Anleiherenditen nach oben. Höhere Renditen wiederum erhöhen die sogenannten Diskontsätze, mit denen zukünftige Unternehmensgewinne bewertet werden. Steigen diese Sätze zu stark, geraten die hohen Aktienbewertungen unweigerlich unter Druck.

Die Börsen befinden sich somit in einem ständigen Balanceakt: Das kräftige Gewinnwachstum kann höhere Anleiherenditen eine Zeit lang ausgleichen. Das Risiko entsteht jedoch, wenn sich der Angebotsschock verfestigt und die Renditen so weit steigen, dass sie die positiven Gewinnmeldungen überkompensieren. Unsere konstruktive Grundhaltung bleibt daher an die Annahme geknüpft, dass es zu einer Normalisierung der Lage in der Straße von Hormus kommt.

Portfolioausrichtung

Die aktuelle Marktlage ist komplex und erfordert eine differenzierte Betrachtung. Es wäre falsch, die beeindruckende Gewinndynamik zu ignorieren, aber ebenso fahrlässig, die extrem hohen Bewertungen und die geopolitischen Risiken auszublenden. Gleichzeitig scheint sich der Wettbewerb um Kapital weltweit zu verschärfen. Die bereits gelaufenen, anstehenden oder angedachten Mega-Börsengänge, wie z.B. von SpaceX, Anthropic, OpenAI usw., werden sehr viel Kapital anziehen.

Entscheidend für die Börsen bleibt damit die zentrale Frage: Wie viel Gewinnwachstum ist nötig, um die erhöhten Diskontsätze aufgrund des erhöhten Zinsniveaus zu kompensieren? Hier kann es schnell zu Enttäuschungen der Marterwartungen kommen. Ein größerer Kursrückgang scheint in diesem Umfeld durchaus möglich. Starke Kursschwankungen sehen wir jedoch nicht als Risiko, sondern als Chance, Qualitätsaktien zu günstigeren Preisen zu erwerben.

Unsere Anlagestrategie bleibt daher bewertungsbasiert und antizyklisch ausgerichtet.

  1. Selektivität ist entscheidend: Wir konzentrieren uns auf qualitativ hochwertige Unternehmen mit robusten Bilanzen und nachhaltigem Gewinnwachstum. Der KI-Trend bietet weiterhin Chancen, doch wir achten darauf, nicht jeden Hype zu überhöhten Preisen mitzumachen.
  2. Diversifikation bleibt das Gebot der Stunde: Angesichts der hohen Konzentration in den US-Tech-Werten sehen wir Potenzial in vernachlässigten Regionen und Sektoren. Europa und ausgewählte Schwellenländer bieten attraktivere Bewertungen, auch wenn ihre Gewinndynamik geringer ist.
  3. Pulver trocken halten: Wir halten eine angemessene Liquiditätsquote, um auf Marktkorrekturen flexibel reagieren zu können. Die Cash-Quote werden wir voraussichtlich in den kommenden Wochen auch wieder erhöhen. Die Entlastung durch die vorläufige Einigung im Nahost-Konflikt dürfte lediglich kurzfristig wirken. Zudem dürfte der Spielraum für etwaige geldpolitische Lockerungen – selbst im Falle einer belastbaren Deeskalation zwischen den USA und dem Iran – begrenzt bleiben.

In diesem anspruchsvollen Umfeld ist eine aktive, disziplinierte und geduldige Anlagestrategie unerlässlich. Wir bleiben für Sie wachsam, analysieren die Entwicklungen genau und nutzen die sich bietenden Chancen, um Ihr Vermögen langfristig zu sichern und zu mehren.

Haben Sie Mut für das Investment in Aktien!

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Zwischen Kriegsmüdigkeit, KI-Euphorie und schwächerem Goldpreis https://sk-finance.com/marktinformationen/zwischen-kriegsmuedigkeit-ki-euphorie-und-schwaecherem-goldpreis/ Sat, 18 Apr 2026 13:18:55 +0000 https://sk-finance.com/?p=679 Ein Blick auf die aktuelle “FOMO-Rally“

„Kein Vormarsch ist so schwer wie der zurück zur Vernunft“

Bertolt Brecht

Die letzten Wochen waren von erheblicher Unsicherheit geprägt. Der Konflikt im Nahen Osten und die damit verbundene Blockade der Straße von Hormus haben die Märkte in Atem gehalten. Jüngste Entwicklungen geben jedoch Anlass zu vorsichtigem Optimismus.

Nach den Kursverlusten durch den Konflikt in der Golfregion haben sich die Aktienmärkte, insbesondere in den USA, beeindruckend schnell erholt. Viele Indizes haben ihre Verluste nicht nur ausgeglichen, sondern sogar neue Höchststände erreicht.

Waffenruhe und Hoffnung auf Öffnung der Straße von Hormus sorgen für Erleichterung

Nach wochenlangen Spannungen gibt es positive Signale: Die Waffenruhe hält und es finden Friedensgespräche statt. Besonders erfreulich war die gestrige Nachricht, dass der Iran die wichtige Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus vorübergehend wieder für den Handel öffnen wollte. Die Märkte reagierten prompt: Die Ölpreise gaben spürbar nach und die Aktienkurse zogen an.

Doch der Iran macht die gestern angekündigte Öffnung der Straße von Hormus bereits heute wieder rückgängig. Als Grund wird die anhaltende Blockade iranischer Häfen durch die USA angeführt. Die Straße von Hormus bleibt somit vorerst trotz Waffenruhe für den internationalen Schifffahrtsverkehr gesperrt.

Für eine endgültige Entwarnung ist es also noch zu früh. Die Lage bleibt fragil und die Öffnung der Meerenge ist nach wie vor fraglich. Die wirtschaftlichen Folgen der wochenlangen Blockade, wie Rohstoffknappheiten und gestörte Lieferketten, werden sich ohnehin erst in den kommenden Monaten vollständig zeigen.

Warum die Aktienmärkte dem Konflikt trotzen

Auf den ersten Blick mag die schnelle V-förmige Erholung der Aktienmärkte, insbesondere in den USA, überraschen. Diese positive Entwicklung ist jedoch nicht allein auf die Hoffnung auf Deeskalation zurückzuführen. Ein anderer, kraftvoller Treiber hat die Anlegerstimmung maßgeblich beeinflusst: die Künstliche Intelligenz (KI).

USA als Treiber: Während geopolitische Sorgen die Märkte belasteten, sorgte der KI-Sektor für Zuversicht. Die Erholung wurde hauptsächlich von US-amerikanischen Wachstums- und Technologiewerten (wie dem Nasdaq 100) angetrieben. Diese hatten sich vor der Krise schwächer entwickelt, führen die Rallye jetzt aber an. Eine starke Berichtssaison, nach oben korrigierte Gewinnprognosen und beeindruckende Produktveröffentlichungen zeigten, dass KI längst kein reines Zukunftsthema mehr ist. Sie ist zu einem zentralen strukturellen Wachstumstreiber geworden, der sich bereits heute positiv in den Unternehmensgewinnen niederschlägt. Dies erklärt auch, warum sich technologielastige Indizes wie der Nasdaq 100 deutlich besser entwickelt haben als beispielsweise der deutsche DAX.

Chartvergleich Nasdaq 100 und DAX

Quelle: Chartanalyse NASDAQ 100, DAX und DAX Kursindex seit Jahresanfang – Stand 17.04.2026 – onvista

Europa hinkt hinterher: Europäische Aktien haben sich ebenfalls erholt, aber nicht so stark wie die US-Märkte. Ein Grund dafür sind die vom IWF gesenkten Wachstumsprognosen für Europa (insbesondere für Deutschland), während der Ausblick für die USA weitgehend stabil geblieben ist.

Entkopplung vom Ölpreis: Anfangs bewegten sich die Aktienkurse genau entgegengesetzt zum Ölpreis. Diese direkte Verbindung hat sich aber gelockert. Die Aktienmärkte sind stärker gestiegen, als es der nur teilweise gefallene Ölpreis rechtfertigen würde. Auch andere Rohstoffpreise und die Anleiherenditen sind noch nicht auf Vorkrisenniveau zurückgekehrt.

Ein differenzierter Blick auf die Anlageklassen

Die globalen Aktienmärkte zeigen sich trotz geopolitischer Risiken robust. Unternehmen können ein gewisses Maß an Inflation durch höhere Preise weitergeben. Das größte Risiko liegt derzeit weniger auf der Gewinnseite als vielmehr im Zinsumfeld. Sollten die Zinsen länger auf hohem Niveau verharren, könnte dies die Bewertungen unter Druck setzen. Regional dürften Asien und Europa Aufholpotential haben, während bei US-Aktien nach der starken Erholung etwas Vorsicht angebracht scheint. Sektoral bleiben KI-nahe Bereiche wie Halbleiter und Infrastruktur sowie Energie- und Rohstoffsegmente attraktiv.

Das Umfeld für Anleihen bleibt anspruchsvoll. Die Zentralbanken stehen vor dem Dilemma, die Inflation zu bekämpfen, ohne das Wirtschaftswachstum abzuwürgen. Dieser Balanceakt sorgt für Volatilität an den Zinsmärkten.

Bei den Rohstoffen gab es seit Beginn des Konfliktes heftige Ausschläge und Besonderheiten zu beobachten. Nach dem starken Anstieg des Ölpreises, gab er jetzt spürbar nach. Öl bleibt kurzfristig jedoch anfällig für Störungen im Persischen Golf. Längerfristig könnte sich der Markt jedoch wieder entspannen, sofern der Konflikt nicht weiter eskaliert.

Entwicklung des Goldpreises in US-Dollar vom 17.04.2023 bis 17.04.2026

Quelle: Chartanalyse Goldpreis in USD über 3 Jahre – Stand 17.04.26 – onvista

Gold hat sich in dieser Krise nicht als der gewohnt sichere Hafen erwiesen. Normalerweise flüchten Anleger in Krisenzeiten reflexartig in Gold. Diesmal blieb dieser Effekt aus, und der Goldpreis ist sogar deutlich gefallen. Hierfür dürfte ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren verantwortlich sein.

Ein wesentlicher Grund dürften Gewinnmitnahmen sein: Der Goldpreis war in den Monaten vor dem Konflikt bereits stark gestiegen. Viele Anleger, auch kurzfristige Spekulanten, nutzten die Gelegenheit, ihre Gewinne mitzunehmen. In den USA wurden allein in den letzten Wochen über zehn Milliarden Dollar aus Gold-ETFs abgezogen.

An den Kapitalmärkten kam es trotz des Konfliktes zu keiner Panikreaktion: Die typische, reflexartige Flucht in „sichere Häfen“ blieb diesmal aus. Anleger haben die Lage eher rational bewertet, anstatt panisch zu reagieren. Das zeigt sich auch bei anderen Krisenwährungen wie dem Schweizer Franken oder Staatsanleihen.

Gestiegene Zinsen: Die Sorge vor steigender Inflation durch höhere Energiepreise hat die Renditen für Anleihen nach oben getrieben. Da Gold keine Zinsen abwirft, wird es im Vergleich zu festverzinslichen Anlagen unattraktiver, wenn deren Renditen steigen.

Starker US-Dollar: Der US-Dollar hat aufgewertet, da die USA von den Rohstoffpreissteigerungen weniger stark betroffen sind als Europa oder Asien. Ein starker Dollar verteuert Gold für Anleger außerhalb des Dollar-Raums und dämpft so die Nachfrage.

Verkauf zur Liquiditätsbeschaffung: In Phasen hoher Volatilität müssen viele Marktteilnehmer Verluste in anderen Bereichen ausgleichen (sog. „Margin Calls“). Dafür verkaufen sie liquide Mittel wie Gold, was zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugt.

Fazit & Ausblick: Die Kurserholung an den Aktienmärkten scheint, gemessen an den Rohstoff- und Anleihemärkten, etwas zu weit gelaufen zu sein. Die robuste US-Konjunktur und die gestiegenen Gewinnerwartungen der Unternehmen stützen die Kurse jedoch. Der Fokus richtet sich nun auf die beginnende Quartalsberichtssaison, die zeigen wird, ob die hohen Gewinnerwartungen der Unternehmen gerechtfertigt sind. Die aktuelle Schwäche von Gold hat viele Gründe. Mittel- bis langfristig sollten die Argumente für Gold – wie hohe Staatsverschuldung und anhaltende geopolitische Risiken – jedoch wieder an Gewicht gewinnen.

Portfolioausrichtung

Die aktuelle Marktlage ist ein Tauziehen zwischen geopolitischen Risiken und der enormen Dynamik des KI-Megatrends. Die jüngste Entspannung im Nahen Osten ist ein positives Signal, doch die zugrundeliegenden Unsicherheiten bleiben bestehen.

Ein breit diversifiziertes Portfolio, das sowohl von strukturellen Wachstumsthemen wie KI profitiert als auch taktische Stabilisatoren wie Rohstoffwerte enthält, ist in diesem Umfeld entscheidend. Bereits seit einiger Zeit haben wir die Portfolien im Aktienbereich stärker diversifiziert. Gold bleibt, trotz der aktuellen Schwäche, aus unserer Sicht mit 5 bis 10 % der Portfolioallokation ein Kernbaustein.

Wir hatten während der größten Unsicherheit die Aktienquoten in den Portfolien erhöht. Dieser Schritt hat sich bislang ausgezahlt. Wir befinden uns mit den Aktienquoten in allem Modell-Portfolien weiterhin im neutralen – wenn auch am oberen Ende und somit fast im dynamischen – Bereich. Eine weitere Erhöhung scheint vorerst aufgrund der nach wie vor hohen Bewertungen bei Aktien sowie den zunehmenden Inflationssorgen (und dadurch fehlende geldpolitische Unterstützung durch die Zentralbanken) nicht ratsam.

Die aktuelle Kursrally bei globalen Aktien dürfte jetzt vor allem psychologisch getrieben sein. Viele Marktexperten sprechen von einer sog. „FOMO-Rally“. Die Abkürzung steht für „Fear Of Missing Out“. Viele Anleger haben Angst, Kursanstiege zu verpassen und kaufen, ohne auf die bestehenden Risiken zu achten. Selbst wenn der Frieden halten sollte und die Straße von Hormus dauerhaft (und internationales Recht beachtend) geöffnet bleibt, wird es wirtschaftliche Folgeschäden geben. Gestörte Lieferketten, beschädigte und heruntergefahrene Förderanlagen und hohe Energiekosten sollten noch lange für Belastungen sorgen.

Die aktuelle „FOMO-Rally“ beinhaltet also durchaus Risiken. So könnten viele Anleger unangenehm überrascht werden, falls sich die Nachrichten – z.B. zu den ungeklärten Fragen rund um die Straße von Hormus – nicht nahezu ideal entwickeln. Die Nachhaltigkeit der v-förmigen, steilen Kurserholungen in vielen Aktienindizes – etwa im S&P 500 – könnte dann nochmals getestet werden.

Haben Sie Mut für das Investment in Aktien!

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Ausblick 2026 https://sk-finance.com/marktinformationen/ausblick-2026/ Wed, 14 Jan 2026 10:22:48 +0000 https://sk-finance.com/?p=608 Zuviel Optimismus oder fundamentale Untermauerung?

Es ist wichtiger, nein zu einer Gelegenheit zu sagen als ja.“

Warren Buffett

Wie in jedem Jahr versuchen Banken und Vermögensverwalter die Entwicklung der Kapitalmärkte im neuen Jahr vorherzusagen, um den Anlegern somit eine vermeintliche Orientierungshilfe an die Hand zu geben. Für Ende 2026 erwarten sie durchschnittlich einen DAX-Stand von 26.000 Punkten. Dies würde im Vergleich zum Jahresbeginn eine Rendite von knapp 7 % entsprechen. Auffällig ist, dass die Prognosen diesmal sehr dicht zusammenliegen und keiner mit einem fallenden Index rechnet.

Ähnliches gilt z.B. auch für den S&P 500. Hier erwarten die Konsensschätzungen einen Anstieg zwischen 9 bis 11 % in diesem Jahr und auch hier rechnet niemand mit einem fallenden Index. Ein Zeichen von zu viel Optimismus an der Börse oder können die Prognosen durch Fakten untermauert werden? Hierauf möchte ich im folgenden Ausblick etwas genauer eingehen.

Chart S&P 500: Wall Street's 2026 Year-End Price Targets
Quelle: Yardeni Research – Stand 12.01.2026

Persönlich halte ich nicht allzu viel von Jahresprognosen. Die wissenschaftliche Auswertung der Ergebnisse ist ernüchternd. Die Trefferquote liegt weit unter 50 % und am meisten lagen die Experten in Jahren mit starken Indexrückgängen schief. Gerade also dann, wenn man als Anleger eine treffsichere Vorhersage benötigt hätte. Es ist halt eben schlicht und ergreifend unmöglich die unzähligen kurzfristig wichtigen Einflussfaktoren in solche Vorhersagen auch nur annähernd richtig einzubeziehen.

2026 – Zu viel Optimismus oder fundamentale Untermauerung?

Rezessionsrisiko bleibt gering

Die globalen Märkte sollten, trotz geopolitischer Turbulenzen, stabil bleiben. Sowohl die fiskal- als auch die geldpolitischen Anreize sollten das Wachstum in den USA, Europa und Asien ankurbeln. Es ist also davon auszugehen, dass sich das globale Wachstum im Jahr 2026 fortsetzen wird. Zudem sollte es sich auch verstärkt auf viele Regionen der Welt ausweiten. Niedrigere Zinsen dürften das Kreditwachstum wieder stärker beleben. Die deutliche Ausweitung fiskalischer Anreize sollte zu einer spürbar höheren Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen führen. Die Weltwirtschaft dürfte im Jahr 2026 also wieder an Fahrt gewinnen, was grundsätzlich positiv für die Kapitalmärkte sein sollte.

Die gleichzeitige und massive Stimulierung durch Fiskal- und Geldpolitik könnte aber auch zu einer Überhitzung der Weltwirtschaft führen. Die Vergangenheit zeigt, dass übermäßige Konjunkturmaßnahmen problematisch sein können. Oftmals führten sie entweder zu steigenden Verbraucherpreisen oder zu Vermögensblasen. Beides gilt es auf dem Schirm zu haben.

KI-Blase – ja oder nein?

Die Milliarden-Euro/Billionen-Dollar-Frage lautet: Kann im KI-Bereich die Endnachfrage schnell genug anziehen, um entlang der gesamten Wertschöpfungskette eine angemessene Investitionsrendite zu erzielen? Im heutigen KI-Ökosystem ist die Nachfrage derzeit nicht groß genug, um allen Akteuren Gewinne zu ermöglichen. Seit mehreren Jahren tragen die sog. Hyperscaler den Großteil der Kosten und finanzieren den Ausbau der KI-Kapazitäten mit Einnahmen aus anderen Geschäftsbereichen. Dies generiert wiederum Gewinne für die Hardware-Anbieter. Wie lange kann dies noch ohne negative Einflüsse auf die Geschäftszahlen der Hyperscaler weitergehen? Wie gelingt die Monetarisierung der KI beim Endnutzer? Viele verwenden zwar KI-Tools, aber wie viel ist man bereit für diese Dienstleistung zu zahlen? Es bleiben viele Fragezeichen und die Risiken wachsen.

Die zunehmende Verflechtung, Intransparenz und Zirkularität der KI-Transaktionen erinnert nicht nur stark an die Dotcom-Blase Anfang der 2000er Jahre, sondern erschwert immer stärker die Aussagekraft über die Werthaltigkeit des Gewinnwachstums sowie die genaue Betrachtung der Fundamentaldaten im KI-Bereich. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass hohe Bewertungen künftige Erträge nicht automatisch ausschließen und Aktienmärkte im Allgemeinen schlecht darin sind, die zukünftigen Gewinner technologischer Revolutionen vorherzusagen.

Ob man sich in einer Blase befindet, wie lange eine evtl. Blase noch laufen kann oder wie stark beim Platzen Luft abgelassen wird, kann niemand seriös vorhersagen. Erst wenn die Blase geplatzt ist und alle Fakten offenliegen, ist man schlauer. Mögliche Risiken für den KI-Hype: Ein großer Flop bei einem der Hauptbeteiligten, Kapazitätsbeschränkungen und Liquiditätsengpässe stellen mit Sicherheit ernstzunehmende Risiken dar.

Die Bewertungen sind hoch – doch die Gewinne unterstützen (noch)

Chart Regionale Aktienbewertungen JP Morgan
Quelle: Guide to the Markets, EMEA, 1. Quartal 2026 – Stand 31.12.2025

Der Anstieg der Aktienkurse der vergangenen Jahre hat durchaus zur Ausweitung der Bewertungen geführt und somit die Gefahr einer Blase erhöht. Gleichzeitig wurde der Anstieg jedoch auch stark durch Gewinnwachstum getrieben. Hierbei geht es nicht nur um gesteigerten Umsatz, sondern auch um die tatsächlichen Gewinnmargen: Der US-Technologiesektor erwirtschaftet heute Margen, die mehr als doppelt so hoch sind wie die des S&P 500 insgesamt.

Bislang konnten die Gewinne also oftmals positiv überraschen und die Kursgewinne an den Börsen rechtfertigen. Aber die Luft wird zunehmend dünner und die Möglichkeit von Enttäuschungen steigt. 2026 dürfte es allerding zu einer breiteren Basis bei den Unternehmensgewinnen kommen. Die fiskalischen und geldpolitischen Anreize in vielen Regionen der Welt sollten hierzu beitrage. Dies könnte die globalen Märkte weiterhin stabil halten.

Inflation bleibt ein Risiko

Insbesondere die großen fiskalischen Anreize stellen neben Wachstumschancen auch erhebliche Risiken dar. Anlegerinnen und Anleger sollten diese Risiken im Auge behalten. Übermäßige Konjunkturmaßnahmen brachten in der Vergangenheit immer wieder große Probleme mit sich. Sie können entweder zu stark steigenden Verbraucherpreisen oder zu Vermögensblasen führen. Zusätzlich haben die EZB (um 2 %) und die Fed (um 1,5 %) im letzten Jahr die Zinsen gesenkt. Bei der Fed geht man sogar von weiteren Zinssenkungen in 2026 aus. Die Fiskalpakete treffen also auf eine stabile Wirtschaft und lockere Geldpolitik.

Inflation bleibt deshalb weiterhin ein großer Risikofaktor. Derzeit geben jedoch eine sich etwas abschwächende US-Wirtschaft, ein ausreichend gedämpfter US-Arbeitsmarkt und moderatere Lohnforderungen der Fed einen gewissen Handlungsspielraum bei Zinssenkungen. Sollte aufgrund der großen Fiskalpakete die Konjunkturdynamik wieder spürbarer anziehen und die Forderung nach höheren Löhnen doch wieder stärker zunehmen, könnte die Inflation zu einem größeren Problem werden. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass die US-Inflation in diesem Jahr höher ausfallen könnte als aktuell vom Markt eingepreist. Dies könnte die Fed in eine schwierige Lage bringen und die Aktienmärkte korrigieren lassen.

Die Frage nach der zukünftigen Unabhängigkeit der US-Notenbank

Ohnehin dürfte 2026 ein besonderes Augenmerk auf die US- Notenbank gerichtet sein. Die Trump-Regierung wird weiterhin versuchen erheblichen Einfluss auf die Geldpolitik auszuüben, um die Zinsen für die enormen Staatsschulden möglichst niedrig zu halten. Gelingt es der Regierung größeren Einfluss zu erlangen, könnte die Unabhängigkeit der US-Notenbank tatsächlich infrage gestellt werden.

Darunter dürfte der US-Dollar am stärksten leiden und es besteht dann durchaus die Möglichkeit, dass die Inflation weltweit angefacht werden könnte. Zinssteigerungen wären dann eigentlich unumgänglich, aber wie unabhängig könnte die Fed noch agieren? Dies könnte zu erheblichen Verwerfungen an den Anleihemärkten sorgen. Die Anleger könnten in diesem Zuge bei längeren US-Schuldtiteln deutliche Risikoaufschläge (also höhere Zinsen) verlangen. Dies würde die Aktienmärkte stark belasten.

US-Dollar Schwäche hält an

Die US-Dollar Schwäche sollte auch 2026 anhalten. Die extrem starke Performance vieler globaler (mit ihren starken Gewichtungen in US-Werten – z.B. MSCI World mit 72 % US-Anteil) sowie US-amerikanischer Aktienindizes wurde für einen Euro-Anleger durch die Wechselkursentwicklung erheblich eingetrübt. So stieg der MSCI Welt Aktienindex im Jahr 2025 in US-Dollar um stolze 21,6 %. In Euro blieben davon gerade einmal 7,3 % übrig. Letztes Jahr verlor der USD gegenüber dem Euro fast 12 % an Wert. Aufgrund der starken Performance der Aktienindizes blieb dieser große Währungsverlust von vielen Anlegern unbemerkt.

Die offenen Attacken von Präsident Trump auf die Unabhängigkeit der Fed sowie die Drohungen bzgl. einer Sondersteuer oder Zwangsumtausch für ausländische Investoren zeigen ihre Wirkung. Die Regierung Trump wird ihren Kurs der Schwächung des US-Dollars höchstwahrscheinlich beibehalten. Mit entsprechend negativen Konsequenzen für die Renditemöglichkeiten der Geldanlagen bei uns Euro-Anlegern. Viele vertraute Muster scheinen nicht mehr zu gelten. Globale Kapitalströme verschieben sich. Zentrale Elemente der bisherigen Weltordnung werden infrage gestellt. Der US-Dollar bleibt jedoch trotz seiner Schwäche dominant. Es wäre ein fataler Fehler sich als Anleger dem höheren Wechselkursrisiko ganz entziehen zu wollen. Auch dieses Risiko muss man als Anleger deshalb ganz bewusst (er)tragen.

Wie bereits im Jahr 2025 kann die Entwicklung des Dollars also einen wesentlichen Einfluss auf die endgültigen Erträge im Portfolio haben. Diesmal könnten sie aber deutlicher zum Vorschein kommen. Sollten die Kapitalmärkte doch deutlicher, z.B. um 20 %, fallen und eine erneute Abwertung des US-Dollars um z.B. 10 % stattfinden, werden wir in den Portfolien mit einem schmerzhaften Minus von 30 % konfrontiert sein. Anders als 2025 würden dann die Verluste aus dem bei einem globalen Ansatz notwendig hohen US-Währungsengagement deutlich spürbar sein.

Geopolitische Spannungen werden bleiben

Der Krieg in der Ukraine und der Konflikt im Nahen Osten rund um Israel und die Hamas werden voraussichtlich auch 2026 nicht gelöst. Neue Krisenherde (siehe Venezuela) können schnell entstehen. Der Venezuela-Schock löste am Ölmarkt keine extremen Preisbewegungen aus. Auch der breite Aktienmarkt reagierte erstaunlich gelassen. Die Macht-Egomanen Trump, Putin und Xi werden sowohl durch aggressive Rhetorik als auch Taten immer wieder für Unruhe sorgen. Die Spannungen zwischen ihnen könnten weiter ansteigen. Die Veränderungen in der Geopolitik bleiben daher ein Pulverfass, das sich jederzeit entzünden kann.

Portfolioausrichtung

Die Makro-Datenlagen zur Weltwirtschaft sieht für 2026 nicht so schlecht aus. Trotz bestehender Risiken bieten die Kapitalmärkte noch genügend Chancen. Wir bleiben deshalb risikofreudig. Es ist niemals ratsam seine Anlagestrategie auf das gänzliche Vermeiden von Risiko hin auszurichten. Man muss Risiken vielmehr bewusst eingehen.

Quelle: Guide to the Markets, EMEA, 1. Quartal 2026 – Stand 31.12.2025
Quelle: Guide to the Markets, EMEA, 1. Quartal 2026 – Stand 31.12.2025

Der aktuelle Bullenmarkt könnte noch einige Zeit anhalten. Wie die obige Grafik zeigt, tendieren Börsen dazu Bullenmärkte über viele Monate und Jahre auszubilden, bevor diese dann zumeist von schnellen und scharfen Korrekturen unterbrochen werden. Börsenkrisen sind eine völlig normale Begleiterscheinung in einem langfristigen Aufwärtstrend. Sie sorgen immer wieder für eine gesunde Marktbereinigung. Wie Börsenaltmeister Kostolany zu sagen pflegte: „Die schwachen Hände werden abgeschüttelt.“ Es gilt sich von diesen schwierigen Phasen nicht aus dem Markt kegeln zu lassen. In stark fallenden Märkten lastet ein großer psychologische Druck auf dem Anleger. Schnell Immer wieder betone ich deshalb die enorme Bedeutung eines langen Anlagehorizontes.

Die sog. „MegaForces“, allen voran das Thema Künstliche Intelligenz, transformieren die Weltwirtschaft und die globalen Finanzmärkte. Die Kapitalmärkte werden durch sie angetrieben und es ist kaum möglich sich neutral zu positionieren oder ihnen komplett auszuweichen. Anleger, die dies versuchen, verpassen höchstwahrscheinlich die starken Renditequellen und gehen somit das große Risiko einer unzureichenden Rendite für Vermögensaufbau bzw. -erhalt ein. 

Diversifikation in den Portfolien bereitzustellen ist heutzutage generell schwieriger als noch vor einigen Jahren. Breite Indizes geben Anlegern oftmals den Eindruck von Sicherheit. Doch dieser Eindruck täuscht – nicht nur wegen der zum Teil sehr hohen Konzentration bestimmter Werte in den Indizes. Es sind eben nur wenige „MegaForces“, die die Weltwirtschaft entscheidend prägen, starke Renditen liefern und über das Wohl und Wehe an der Börse bestimmen. Auch die steigenden Renditen von Anleihen (nicht zuletzt aufgrund der weiter ausufernden Staatsverschuldung) in den entwickelten Märkten führen dazu, dass traditionelle Diversifikatoren (wie z.B. langfristige US-Staatsanleihen) nur noch begrenzte Stabilität für Portfolios bieten.

Wir werden das US-Dollar Exposure aufgrund der dort zu erwartenden Schwäche etwas niedriger halten. Hierzu werden wir verstärkt in Europa investieren. Auch die zu erwartenden Gewinndynamik in Europa spricht für diesen Schritt. Hier werden wir verstärkt auf Dividendenpapiere setzen. Auch Asien bietet einige Chancen. Wir werden die Aktienquoten in den kommenden Wochen leicht erhöhen, jedoch weiterhin bei einer neutralen Ausrichtung (im MP Flexibel 70 bis 75 %) bleiben. Da die Aktienmärkte auf den jetzigen Niveaus alles andere als günstig bewertet sind, werden wir uns in einem solchen Umfeld auf keinen Fall zu einer All-in Strategie verleiten lassen. Hier gilt es in steigenden Märkten mitzulaufen und für mögliche Rücksetzer gewappnet zu sein.

Haben Sie Mut für das Investment in Aktien!

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TACO, BBB und Bomben https://sk-finance.com/marktinformationen/taco-bbb-und-bomben/ https://sk-finance.com/marktinformationen/taco-bbb-und-bomben/#respond Tue, 24 Jun 2025 14:16:00 +0000 https://sk-finance.com/?p=333 Worauf ist noch Verlass?

„Je öfter eine Dummheit wiederholt wird, desto mehr bekommt sie den Anschein der Klugheit“

Voltair

Nun haben sich die USA doch militärisch in den Konflikt im Nahen Osten hineinziehen lassen. In der Nacht zu Sonntag haben die USA in den Krieg zwischen Israel und dem Iran eingegriffen. US-Präsident Donald Trump meldete die Bombardierung von drei iranischen Atomanlagen. Wie groß der Schaden ist, ist noch unklar. Nachdem die Börsen am Montag mit nur geringen Verlusten reagierten, ziehen die Kurse nach der ausgerufenen Waffenruhe zwischen Israel und Iran deutlich an. Über die weiteren politischen Entwicklungen kann man momentan nur spekulieren.

Noch in der letzten Woche gingen viele Politik-Experten davon aus, dass Trump nicht offensiv in den Konflikt eingreifen würde. Insbesondere auch wegen Trumps ständigem Wankelmut. Erst gerne drastische Drohungen ausstoßen und dann letztlich doch kneifen. Die Börsen spielen deshalb z.Zt. den „TACO-Trade“ (Trump Always Chickens Out-Trade). Es bedeutet sinngemäß. „Trump knickt immer ein“.

Die Welt ist meistens besser damit gefahren, dass er seine Drohungen nicht wahrgemacht hat. So war es bisher im Zollkonflikt und so war es mit den Entlassungsdrohungen gegen US-Notenbankchef Jerome Powell. Doch im Falle des Irans hat der US-Präsident seinen Drohungen nun auch drastische Maßnahmen folgen lassen. Im Atomstreit mit dem Iran hat sich das TACO-Phänomen, trotz dem ständigen Hin und Her von Trump, also nicht wiederholt.

TACO-Trade

Im täglichen „getweete“ des US-Präsidenten in Kombination mit einer durchschnittlichen Gültigkeitsdauer von höchstens ein paar Tagen, rauschen seine Drohungen, Ankündigungen und Revisionen inzwischen bei den Investoren sprichwörtlich in ein Ohr rein und im anderen wieder raus und lösen dabei nicht mehr viel mehr als ein Schulterzucken aus.

So führte z.B. die Drohung, die Zölle auf Importe aus der EU auf 50 % zu erhöhen, nur noch zu einem Kursrücksetzer von wenigen Stunden. Am nächsten Tag war alles schon wieder vorbei. Dabei sind 50 % Einfuhrzoll kein harmloser Schuss in die Luft, das ist eine ökonomische Super-Bombe. Für viele europäische Unternehmen – insbesondere aus der Automobil-, Maschinenbau- und Luxusgüterindustrie – würde dies einen massiven Kostenschock bedeuten. Der Export in die USA würde aus dem Stand heraus unattraktiv. Produktionsverlagerungen, Preisaufschläge oder sogar Rückzüge vom US-Markt dürften die Folge sein.

U.S. Tariffs Forecast To HitQuelle: Statista – Stand 03.04.2025

Auch wenn Trumps Maßnahme vordergründig europäische Exporteure treffen würde – sie ist ein klassisches Beispiel für einen Schuss ins eigene Knie. Amerikanische Unternehmen, die auf europäische Vorprodukte angewiesen sind, müssten mit höheren Einkaufspreisen rechnen. Verbraucher in den USA würden die Zölle über steigende Endpreise zu spüren bekommen. Inflationäre Tendenzen, die derzeit ohnehin bereits latent schwelen, könnten so neuen Auftrieb erhalten. Die Notenbanken wären gezwungen zu handeln und müssten die Zinsen erhöhen.

Die ausufernde Staatsverschuldung in den USA würde noch teurer werden. Das Budgetdefizit der USA beträgt aktuell rund 7 % des GDPs. Insgesamt ist die Staatsverschuldung damit bei über 120 % der Wirtschaftsleistung angekommen und allein die Zinszahlungen belaufen sich inzwischen auf 3 % des Bruttosozialprodukts. Aktuell zahlen die USA ca. 2 Mio. USD pro Minute an Zinsen zur Finanzierung ihres Staatsdefizites. Ich wiederhole: Ca. 2 Mio. USD pro Minute! Das alles sind historisch hohe Werte, vor allem in Friedenszeiten. Eine tickende Zeitbombe.

Dennoch ignorieren die Märkte Trumps Äußerungen mittlerweile fast komplett. Die Anleger setzen auf den TACO-Trade. Dies ist ein schönes Beispiel dafür, wie Kapitalmärkte es immer wieder vermögen durch aktuell undurchsichtige Situationen hindurchzublicken und das Störfeuer zu ignorieren. Falls sich hinter Trumps Wankelmut tatsächlich eine kohärente Strategie verbergen sollte, dann wäre sie mindestens so gut getarnt wie ein B-2 Tarnkappenbomber. Aus meiner Sicht ist es wahrscheinlicher, dass bei Trump eine solche Strategie überhaupt nicht existiert. Dies könnte den TACO-Trade also durchaus auch einmal gefährlich machen.

Zölle – weniger schlimm bedeutet jedoch nicht gut

Das Thema Strafzölle beschäftigt Trump persönlich angeblich schon sein halbes Leben und die Märkte spätestens seit seiner ersten Präsidentschaft. Damals hatte er die effektiven Zölle auf US-Importe von 2% auf 3% erhöht. Das aktuelle Niveau beläuft sich nun auf 18%. Ein Wert, der letztmalig in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts erreicht wurde.

Falls die realistische Spannbreite der finalen Zölle zwischen 10% (UK) und 30% (China) liegen sollte, ist das zwar besser als zwischenzeitlich befürchtet, aber immer noch nicht gut für Wirtschaft und Inflation. Grund zur Hoffnung, dass die Zölle kurzfristig wieder in die alten, einstelligen Regionen fallen, gibt es aktuell nicht. Die globale Wirtschaft, die Unternehmen, die Staaten, aber auch jeder Einzelne wird für die Fehleinschätzung des US-Präsidenten bezahlen. 

Immer wieder spricht Trump davon, dass über seine Strafzölle die notwendigen Einnahmen für das Staatsdefizit generiert werden sollen und punktet damit bei vielen seiner Wähler. Dies ist jedoch absolut illusorisch, wenn man sich die mathematischen Verhältnisse genauer betrachtet: Das US-Budgetdefizit beläuft sich absolut auf 1,8 Billionen USD. Die Mehreinnahmen durch Strafzölle im April 2025 lagen bei 9 Mrd. USD. Großzügig gerechnet sind das 120 Mrd. USD pro Jahr, also ca. 7% des Defizits. Da die Zölle aber wirtschaftliche Kollateralschäden produzieren und somit andere Steuereinnahmen wegbrechen, bleibt am Ende nicht viel an Einsparung übrig.

„One Big Beautiful Bill Act (BBB)“

Nein, noch ist BBB nicht das neue US-Kreditrating. Das neue Gesetz birgt jedoch eine Menge Sprengkraft. Die maroden US-Staatsfinanzen könnten dadurch weiter in ein gefährliches Ungleichgewicht abrutschen. Das Defizit ist bereits riesig und wird durch das neue Gesetz noch größer. Es ist kaum vorstellbar, dass durch die geplanten Steuersenkungen die Wirtschaft derart beflügelt würde (genau dies verspricht die US-Regierung aber ihren Bürgern), dass am Ende das Defizit sinken würde. 

Bisher von den Märkten ebenfalls kaum wahrgenommen wurde zudem, dass durch Section 899 im „One Big Beautiful Bill Act“ die US-Regierung bestehende Doppelsteuerabkommen aushebeln und ausländischen Investoren mit höheren Abgeltungssteuern belasten könnte. Betreffen soll dies Institutionen, die in einem Land beheimatet sind, das „unfaire Steuermethoden“ gegen die USA anwendet. Auch hier bleibt abzuwarten, was am Ende davon übrigbleibt. Bei der Sicherung der Budgetdefizite hängt die US-Regierung aufgrund der geringen amerikanischen Sparquote und dem hohen Refinanzierungsbedarf stark von ausländischen Investoren ab. Diesen durch höhere Steuern ins Bein zu schießen, ist kein besonders smartes Vorgehen. Section 899 könnte der US-Regierung jedoch die Möglichkeit eröffnen, den Handelskrieg in einen Kapitalmarktkrieg zu verwandeln – mit entsprechend negativen Folgen für die Kapitalmärkte.

Sollte die US-Regierung andere Ausgaben nicht kürzen, so wie es im Moment aussieht, gäbe es nach einer Verabschiedung und harten Umsetzung von BBB zwei Optionen: Entweder die „Anleihen-Wächter“ erzwingen eine Kurskorrektur auf die harte Tour („Liz Truss Moment“), d.h. es kommt zu einem Käuferstreik infolgedessen die Zinsen schnell und heftig nach oben schießen. Oder die Einnahmenseite der Bilanz verbessert sich deutlich. Wie das aussehen soll, dazu gibt es nichts Konkretes – außer den üblichen Phrasen.

Das Gesetz ist also „not so beautiful“. Der US-Präsident hat die Kettensäge an den Ast angesetzt, an dem die Finanzierung der gigantischen US-Defizite hängt. Trumps anhaltenden Versuche, den US-Dollar und den US-Kapitalmarkt zu schwächen, sind ein sehr gewagtes Spiel mit dem Feuer.

Iran-Israel-USA Krieg

Insgesamt zeigen sich die Kapitalmärkte bislang ziemlich unbeeindruckt vom Angriff der USA auf die iranischen Atomanlagen und reagierten nach Verkündigung der Waffenruhe mit Gewinnen. Sollte es jedoch zu einer weiteren Eskalation der Situation im Nahen Osten kommen, könnten die Börsen auch empfindlich negativ reagieren.

Am Montagmorgen hatten lediglich die Preise für Rohöl nach dem US-Angriff auf iranische Atomanlagen stärker reagiert. Der Preis für ein in Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kletterte in den ersten Handelsminuten der Woche um über 10 Prozent auf über 86 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit fast einem Jahr. Das Kursplus schmolz allerdings schnell wieder ab und pendelte sich gestern bei ca. 76 US-Dollar ein, bevor es aufgrund der ausgerufenen Waffenruhe gestern Abend auf ca. 70 US-Dollar und heute auf ca. 68 US-Dollar gefallen ist.

Portfolioausrichtung

Die Fed steht vor widersprüchlichen Risiken. Wie erwartet hat die Federal Reserve (Fed) letzte Woche die Zinssätze unverändert bei 4,25–4,50 % belassen. Gleichzeitig wurden aktualisierte Wirtschaftsprognosen veröffentlicht, die einen etwas herausfordernderen Ausblick für die US-Wirtschaft zeigen. Die Wachstumserwartungen wurden nach unten korrigiert, während die Inflationsprognosen aufgrund der erwarteten Auswirkungen von Zöllen nach oben angepasst wurden.

OECD Inflation: Headline & Core Consumer Price Index - Source LSEG Datastream and Yardeni Research

Wir hatten in den vergangenen Monaten die Sondersituation durch den kurzen Zoll-Crash ausgenutzt und dort mit der Strategie „buy the dip“ richtig gelegen. Die Erhöhung der Aktienquote auf ein übergewichtetes Niveau hat sich bezahlt gemacht. Nachdem sich die Kapitalmärkte von dem Zoll-Schock schnell erholt hatte und wieder alte Höchststände erreichten, haben wir die Modell-Portfolien vor kurzem wieder neutral aufgestellt. So beträgt die Aktienquote im MP Defensiv ca. 32 %, im MP Flexiblen ca. 70 %, im MP Sparplan und im MP Dynamik jeweils ca. 85 %. Hinzu kommen Gold, kurzfristige Anleihen und Cash (Geldmarkt).

Mit dieser Aktienquote fühle ich mich aktuell sehr wohl, zudem die nächsten Wochen und Monate an den Börsen unangenehm werden könnten. Die höheren Zinsen, die hartnäckige Inflation, die neuen Verschuldungen, die politischen Konflikte usw. könnten die Märkte gerade in den tendenziell umsatzschwachen Sommermonaten kurzfristig belasten. Zumal die Kapitalmärkte auf den jetzigen Niveaus alles andere als günstig bewertet sind.

Haben Sie Mut für das Investment in Aktien!

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Höhere Zinsen belasten Börsen https://sk-finance.com/marktinformationen/hoehere-zinsen-belasten-boersen/ https://sk-finance.com/marktinformationen/hoehere-zinsen-belasten-boersen/#respond Wed, 12 Mar 2025 11:59:38 +0000 https://sk-finance.com/?p=340 Finanzpolitische Wendepunkte

„Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld, wer hat so viel Pinke Pinke, wer hat das bestellt?“

Jupp Schmitz und Kurt Feltz

Wie bereits in meiner Marktinformation „Ausblick 2025“ Anfang Januar skizziert, erleben wir aktuell ein etwas kräftigeres Börsengewitter. Aus meiner Sicht tut ein reinigendes Gewitter gut. Es ist wichtig, dass Investoren auch immer wieder mit den Risiken der Geldanlage konfrontiert werden. Im Modellportfolio Dynamik haben wir letztes Jahr eine Rendite von über 24 % erzielt. Durchschnittlich kann man mit Aktien 7 bis 8 % p.a. erzielen. Eine Korrektur war also dringend notwendig. Auch um die zu hohen Bewertungen wieder in normale Bereiche zu bringen. Fraglich ist jedoch, ob es bei dieser gesunden Korrektur bleibt oder ob es zu einem kräftigen Kursrutsch kommt.

Vergessen sollte man nie, dass Kapitalmärkte stets manisch-depressiv sind. Sie schwanken immer zwischen Euphorie und Depression. Haben die Märkte 2024 noch über alle Risiken und Probleme hinweggesehen, ist nun das Wort Rezession wieder in aller Munde. Überall lauern jetzt wieder Gefahren und Risiken. Sollte sich die Stimmung der Marktteilnehmer weiterhin verschlechtern und sollte sich sogar ein Risk Off Modus einstellen, würde die Gefahr eines stärkeren Abverkaufs an den Kapitalmärkten deutlich steigen. Wer jedoch über den richtigen Anlagehorizont verfügt, sollte die aktuelle Marktschwäche durchaus für Käufe ausnutzen.

Nüchtern betrachtet befinden sich die Börsen aktuell in einem Spannungsfeld zwischen verbesserten Wirtschaftsaussichten sowie höheren Zinsen, einer hartnäckigen Inflation, einer unsteten Zollpolitik, politischen Unsicherheiten und neuen Verschuldungen. In den vergangenen Monaten haben zudem wieder einmal viele „zittrige Hände“ mit der Hoffnung auf schnellen Gewinn ihr Geld an den Kapitalmärkten investiert. Diese Anleger mit ihrem sehr kurzfristigen Anlageverhalten verstärken die Volatilität zunehmend und könnten den Verkaufsdruck an den Börsen erhöhen. Seit seinem Höchststand Mitte Februar hat der NASDAQ 100 über 10 % verloren. Eine deutliche Korrektur, aber bei weitem nichts Ungewöhnliches. Der durchschnittliche Rückgang bspw. des MSCI Europe in den vergangenen 45 Jahren betrug 15,2 % (siehe obige Grafik). Auch Jahre mit einem zwischenzeitlichen Rückgang von 20 % und mehr sind keine Seltenheit.

Höhere Zinsen

Die Märkte ginge vergangenes Jahr noch davon aus, dass ein schwächeres US-Wachstum die Fed dazu veranlassen wird, die Leitzinsen wie in einem typischen Konjunkturzyklus zu senken. Jedoch dürfte es für die Fed zunehmend schwierig werden einen Kompromiss zwischen der Unterstützung des Wachstums und der Eindämmung der hartnäckigen Inflation zu finden. Die Markteilnehmer preisen deshalb für dieses Jahr weniger Zinssenkungen ein als noch im letzten Jahr erwartet. Auch die Zinsen in Europa dürften aufgrund der enormen Neuverschuldungen höher als erwartet bleiben. Die Möglichkeiten der Notenbanken sind somit eingeschränkt. Dadurch fehlt im Falle eines Kursrutsches eine wichtige Unterstützung für die Aktienkurse.

Deutschlands Pläne für hohe Verteidigungs- und Infrastrukturausgaben markieren einen großen finanzpolitischen Wendepunkt. Deutsche Bundesanleihen erlitten den stärksten Ausverkauf seit 1990. Nachdem sich CDU und SPD auf einen 500-Milliarden-Euro-Infrastrukturfonds geeinigt und die Defizitgrenzen für Verteidigungsausgaben gestrichen hatten, fielen die Kurse der deutschen Staatspapiere deutlich. Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit haben mit einem Renditeanstieg von ca. 2,5% auf ca. 2,8% reagiert.

Die deutschen Pläne für eine höhere Verschuldung, kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die USA deutlich machen, dass Europa nicht mehr die oberste Sicherheitspriorität hat. Auch die Europäische Union schlug deshalb vor, ihre Haushaltsregeln zu ändern, um die Verteidigungsausgaben zu erhöhen. Eine schuldenfinanzierte Erhöhung der europäischen Verteidigungsausgaben wird zu einem starken Anstieg des europäischen Anleiheangebots führen. Für diesen neuen Finanzierungsbedarf müssen Investoren gefunden werden – vermutlich wird am Ende die EZB massiv Staatsschulden aufkaufen.

Höhere Staatsverschuldung und höhere Staatsausgaben werden die Inflation anheizen. Europa könnte, genauso wie die USA, also mit längerfristig höheren Zinsen konfrontiert sein. Weltweit ist der Druck auf die Renditen von Anleihen gestiegen. Viele Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Zinsen jetzt für längere Zeit über dem Niveau vor der Pandemie liegen werden und die Anleiherenditen auch noch weiter steigen können. Dies belastet die Aktienmärkte zunehmend. Hohe Zinsen sind zum einen eine Alternative zu den Aktien (siehe Grafik Fed-Modell) und zum anderen reduzieren sie den Barwert der künftigen Gewinne der Unternehmen und somit den Unternehmenswert. Beides führt zu niedrigeren Aktienkursen.

Quelle: DWS – Charts zur Marktentwicklung – Stand 03.05.2025

Verschuldung, Zölle und politische Unsicherheit

Die geplanten riesigen Neuverschuldungen in Deutschland und Europa für Infrastruktur und Verteidigung sowie die unstete Einführung höherer Zölle der USA haben deutliche Spuren an den Kapitalmärkten hinterlassen. Sie bergen große politische Unsicherheiten. Die Aktienmärkte geben nach und die Anleihemärkte reagieren mit deutlichen Anstiegen der Renditen.

Schon jetzt lässt sich erkennen, dass auch die neue Bundesregierung leider getreu dem Motto „Weiter so“ verfahren wird. Weitreichende Reformen und insbesondere Ausgabenkürzungen sind nicht zu erkennen. Es dominieren schuldenfinanzierte Mehrausgaben, Subventionen und Steuergeschenke. Trotz Steuereinnahmen in Höhe von fast 1000 Milliarden Euro pro Jahr plant man die Auflage gigantischer Sondervermögen – also neuer Schulden. Sondervermögen hört sich aber natürlich viel besser an. Wirtschaftswachstum und Wohlstand lassen sich dadurch garantiert nicht schaffen!

Natürlich gäbe es auch sinnvollere Lösungsansätze als nur neue Schulden. Aber von den dringend notwendigen Einschnitten in das wuchernde Sozialsystem ist keine Rede mehr. Überhaupt hat man den Eindruck, dass die SPD die Wahl gewonnen hat. Dank der Brandmauer werden sie als Koalitionspartner gebraucht und das nutzen sie weidlich aus. Auch noch so viele Schulden werden nicht ausreichen, um alle Probleme zu lösen. Und Problem gibt es zahlreiche: Bundeswehr, Ukraine, die hohen Kosten der Migration, das kollabierende Bildungssystem, Infrastruktur, unbezahlbare Sozialleistungen, Altersversorgung, Altenpflege, Klimaschutz, zu hohe Steuern, zu teure Energie… Die Liste könnte man durchaus noch erweitern.

Die USA haben am 4. März kurzzeitig die höchsten Zölle seit fast einem Jahrhundert eingeführt: Zölle von 25 % auf die meisten kanadischen und mexikanischen Importe und weitere 10 % auf China. Während die meisten nordamerikanischen Zölle später für einen weiteren Monat auf Eis gelegt wurden, blieben die erhöhten Zölle auf Importgüter aus China – sie betragen jetzt insgesamt 20 % – bestehen. Viele Marktteilnehmer gehen davon aus, dass ein durchschnittlicher effektiver Zollsatz von etwa 10 % auf viele Produkte und Ländern eine realistische zu erwartende Größe sein dürfte.

Bereits diese unstete US-Zollpolitik ließ die Märkte kräftig schwanken. Jetzt wies Präsident Trump seine Regierung an die eigentlich auf Eis gelegten 25 % Zölle für Importe von kanadischem Stahl und Aluminium ab heute doch zu aktivieren und nochmals auf insgesamt 50 % zu verdoppeln. Er reagiert damit auf die Einführung von Zöllen der kanadischen Provinz Ontario in Höhe von 25 % auf US-Energieexporte am Montag. Getreu dem Motto: Erst hü, dann hott. Solche Unsicherheiten mögen die Kapitalmärkte überhaupt nicht. Hinzu kommt die Besorgnis über einen möglichen Shutdown der US-Regierung. Mal wieder.

Auch beim Thema Zölle kann man erkennen, worauf sich die Welt bei Präsident Trump einstellen muss. Er ist kein echter Unternehmer und schon gar kein echter Staatsmann, sondern eben einfach nur ein Immobilienkrämer. Seine Vorgehensweise ist das Feilschen und er gibt nur etwas, wenn er dafür auch garantiert etwas (mehr) erhält. Mit seiner neuen Regierung ist er darauf aus, ökonomisch vorteilhafte Geschäfte für die USA abzuschließen. Die USA verfolgen also einen nationalistischen und isolationistischen Weg. Recht, Geschichte, Tradition, Gepflogenheit, Diplomatie, Loyalität, Anstand und Etikette spielen unter Trumps Administration keine Rolle. Die Schwierigkeit: Einige seiner Aussagen beinhalten durchaus einen Kern Wahrheit.

Portfolioausrichtung

Wir hatten in den vergangenen Monaten bereits begonnen die Portfolien etwas risikoärmer aufzustellen. So haben wir bspw. die Aktienquote im Flexiblen Modellportfolio auf ca. 70 % und im Dynamik Modellportfolio auf ca. 82 % angepasst. Mit dieser Aktienquote sind wir aktuell neutral aufgestellt. Zudem haben wir mit „Minimum Volatility“ und „Equal Weight“ die Aktienposition breiter diversifiziert. Es gilt jetzt abzuwarten, ob weitere Absicherungen notwendig werden oder nicht.

Die nächsten Wochen und Monate könnten an den Börsen unangenehm werden. Die höheren Zinsen, die hartnäckige Inflation, die neuen Verschuldungen, die politischen Konflikte usw. werden die Märkte kurzfristig belasten. Zunehmend wird eine mögliche Rezession eingepreist.

Jedoch gilt zu beachten, dass Megakräfte wie KI die Belastungen für Aktien ausgleichen können. Der Stellenaufbau in den USA hat sich zwar leicht verlangsamt, aber der Arbeitsmarkt bleibt stark, im Gegensatz zu schwachen Umfragedaten, die ein sinkendes Verbrauchervertrauen zeigen. Auch die Unternehmensgewinne in den USA halten sich wacker, so dass ich über die kommenden 6 bis 12 Monate durchaus positiv gestimmt bleibe. Zudem man auch vor positiven Überraschungen bei Trump und Co., bspw. im Ukraine-Krieg, nicht gefeit ist. Dies könnte die Stimmung an den Kapitalmärkten auch wieder schnell in eine andere Richtung schwenken lassen.

Quelle: onvista – Stand 12.03.2025

In solchen Phasen hilft mir immer der Blick über den Tellerrand hinaus. Wieder einmal gilt es den richtigen Anlagehorizont zu bestimmen. Wer die 10 % Verlust im Nasdaq 100 in den vergangenen Wochen nicht erträgt, wird sich niemals über langfristig hohe Renditen freuen können. Alleine in den vergangenen 5 Jahren konnte man im Nasdaq 100 eine Rendite von über 160 % erzielen – trotz der kurzfristig heftigen Verluste. In diesen 5 Jahren gab es neben der aktuellen Phase einige Zeiten mit großen Unsicherheiten – Corona war 2020 noch voll im Gange, Krieg in der Ukraine, sprunghafter Anstieg der Inflation, Konflikt im Nahen Osten u.v.m. Rendite und Risiko sind immer zwei Seiten ein und derselben Medaille. Es gibt keine Rendite ohne Risiko! Entscheidend ist der richtige Anlagehorizont!

Haben Sie Mut für das Investment in Aktien!

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Ausblick 2025 https://sk-finance.com/marktinformationen/ausblick-2025/ Tue, 07 Jan 2025 15:50:00 +0000 https://sk-finance.com/?p=364 Börsengewitter voraus?

„Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt.“

Arthur Schopenhauer

Das Börsenjahr 2024 brachte erneut zweistellige Erträge bei Aktien, hohe Renditen bei Gold sowie Krypto-Assets und auch Anleihen lieferten starke Renditen ab. Selbst die Vielzahl politischer Krisen konnte die Börse nicht stoppen. Krieg in der Ukraine, gewaltsamer Konflikt im Nahen Osten, weiterer Vormarsch von Populisten und die sich damit klar abzeichnenden Konfliktpotentiale, Scheitern der Ampelkoalition in Deutschland, Sturz der Regierung in Frankreich, Regierungskrise in Südkorea, das Fehlen jeglicher Strategieausrichtung sowie die Überbürokratisierung in der EU u.v.m.

Die Kapitalmärkte ließen sich 2024 von nichts und niemand aufhalten. Wieder einmal wurden die Anleger auf dem falschen Fuß erwischt, die zu defensiv aufgestellt waren. Es bleibt eine unumstößliche Tatsache, dass bei der Angst vor (möglichen) Krisen immer mehr Geld vernichtet wird als bei einer tatsächlich eintretenden Krise. Die Wahrheit lautet: Ohne Risiko keine Rendite!

Chartanalyse NASDAQ 100 Quelle: onvista – Stand 31.12.2024
Quelle: onvista – Stand 31.12.2024

Zum Jahresende ging den Börsen jedoch etwas die Luft aus. Diesmal gab es keine Jahresendrallye. Internationale Aktien gaben in den letzten Handelswochen 2024 stellenweise deutlich nach. Grund hierfür war insbesondere die Entscheidung der Fed, die für die kommenden Monate weniger Zinssenkungen in Aussicht stellte.

Die US-Zehnjahresrendite stieg nach der Entscheidung der Fed stellenweise kräftig an. Das Barrel Rohöl der Sorte West Texas Intermediate verteuerte sich in der letzten Woche um etwa 3 US-Dollar auf 73,60 US-Dollar, weil die amerikanischen Lagerbestände schrumpften und US-Präsident Biden die Erschließung neuer Offshore-Ölfelder in einigen Küstengewässern vermutlich dauerhaft verbietet. Gemessen an den Terminkontrakten auf den CBOE Volatility Index (VIX) stieg auch die Volatilität in den letzten Handelswochen des vergangenen Jahres von ca. 14 auf bis zu 19,6 an.

Wie geht es 2025 an den Börsen weiter?

Es ist kaum vorstellbar, dass nach einem solch starken Börsenjahr, wie wir es 2024 erlebt haben, nicht bald auch mal wieder eine Korrektur anstehen sollte. Zwei Gegensätze treffen aktuell an den Kapitalmärkten aufeinander. Die verbesserten Konjunkturaussichten schaffen ein positives Umfeld, welches allerdings wegen der rekordhohen Bewertungen auf einen schwierigen Gegenpart trifft. In Anbetracht dessen könnte es Anfang 2025 an den Börsen zeitweise auch mal wieder ungemütlich werden.

Chart S&P 500 Forward Price/Earnings vs Forward Price/Sales Quelle: Yardeni Research – Stand 07.01.2025
Quelle: Yardeni Research – Stand 07.01.2025

Zu Beginn des Jahres 2025 deuten Konsenserwartungen bislang auf ein solides Gewinnwachstum der Unternehmen in den meisten großen Regionen hin. In den Industrieländern erwarten Analysten ein Gewinnwachstum von 12 %, wobei in den USA ein Wachstum von fast 14 % und in Europa ein moderateres Wachstum von 8 % prognostiziert wird. Die Prognosen für die Schwellenländer zeigen eine gewisse Abschwächung im Jahr 2025 im Vergleich zu einer starken Erholung im Jahr 2024, bleiben aber dennoch auf einem robusten Niveau von 14%.

Im vergangenen Jahr machten steigende Bewertungen einen erheblichen Teil der globalen Aktienmarktrenditen aus. Für weitere Ausweitung der Bewertungen gibt es nur ganz wenig Spielraum. Für steigende Aktienindizes im Jahr 2025 wird es daher entscheidend sein, dass die Unternehmen in den kommenden Quartalen diese optimistischen Gewinnerwartungen auch tatsächlich erfüllen können.

Sowohl in Europa als auch in den USA erreichten die Aktien im Jahr 2024 neue Höchststände. Der Anteil des Börsenwertes der US-Titel am MSCI-Welt-Index erreichte unfassbare 74 %. Das Konzentrationsrisiko ist enorm und in der jüngeren Finanzgeschichte ohne Beispiel. Parallel dazu haben die Bewertungen der S&P500-Unternehmen – gemessen an den Gewinnschätzungen für 2025 – inzwischen das 95%-Perzentil erreicht. Klammert man die Nach-Corona-Phase aus waren die Bewertungen sogar in nur 2% der Zeit noch höher. Letztmalig war dies Anfang der Nullerjahre der Fall.

Auch die Shiller PE Ratio zeigt die deutlich angestiegenen Bewertungen und muss zur Vorsicht mahnen. Das Shiller PE Ratio (auch Shiller KGV, CAPE Ratio oder Cyclically Adjusted Price-to-Earnings Ratio) ist eine Kennzahl zur Aktienbewertung, die den aktuellen Kurs ins Verhältnis zu den durchschnittlichen inflationsbereinigten Unternehmensgewinnen der letzten zehn Jahre setzt. Diese Glättung zyklischer Gewinnschwankungen bietet Anlegern eine Grundlage zur Beurteilung, ob eine Aktie oder Sektor über- oder unterbewertet ist, und kann bei langfristigen Anlageentscheidungen helfen.

Shiller PE Ratio für den S&P 500 - Quelle: multpl.com – Shiller PE Ratio - Stand 07.01.2025
Quelle: multpl.com – Shiller PE Ratio – Stand 07.01.2025

Trotz der hohen Bewertungen sprechen die Konjunkturdaten also dafür, dass wir auch in diesem Jahr weiter steigende Kurse an den Börsen sehen werden. Aber genauso klar scheint auch: Es wird ein rumpeliges Aktienjahr. Anleger sollten sich also auf das ein oder andere Börsengewitter einstellen.

Trump übernimmt das Ruder

Es spricht viel dafür, dass der sog. Trumpismus die weltweiten Kapitalmärkte hin und wieder stark verunsichern könnte. Dieser Politikstil mit seiner Mischung aus Populismus, Konservatismus, Libertarismus, Protektionismus, Wirtschaftsliberalismus, Nationalismus und Isolationismus wird uns auch in der kommenden Präsidentschaft Trumps zahlreichen Kontroversen bescheren.

Trump möchte die Unternehmenssteuern senken und die Bürokratie abbauen. Das ist gut für US-Aktien. Im Zuge dessen sollen auch höhere Zölle folgen. Damit verschlechtern sich die Beziehungen zu China und dem Rest der Welt. Wie sich das wiederum auf die Inflation in den USA auswirken wird, lässt sich nicht exakt vorhersagen.

Die geopolitischen Herausforderungen sind hoch. Ob Trump zu ihren Lösungen beitragen oder diese verschärfen wird, bleibt abzuwarten. Seine Ankündigung, den Ukraine-Russland-Krieg schon in seinen ersten Amtstagen beilegen zu wollen, darf durchaus kritisch betrachtet werden. Wie es bei Israel und dem Nahost-Konflikt weitergeht und was im wachsenden China-USA-Konflikt mit Taiwan geschieht, bleiben große Fragenzeichen.

Diese Unsicherheiten und der rüde Politikstil Trumps treffen auf hochbewertete Kapitalmärkte. Diese Konstellation hat durchaus das Potential hin und wieder für kräftigere Kursrücksetzer zu sorgen.

Ungewisse Zinspolitik

Die Zinsen dürften auch in diesem Jahr weiter fallen. Es ist aber ungewiss wie lange und wie weit die Zinssenkungen gehen werden. Klar scheint zu sein, dass die Europäer es einfacher haben dürften die Zinsen deutlicher zu senken als die US-Amerikaner. Europäischen Aktien sollten davon durchaus profitieren können. Sollten die Zinsen nicht so stark fallen, wie von den meisten Kapitalmarktteilnehmern erwartet, könnte auch dies zu einer starken Belastungsprobe an den weltweiten Börsen führen.

Einige Beobachter rechnen bei der EZB mit bis zu sechs weiteren Zinssenkungen, wobei das Niveau dann bei 1,5 % liegen könnte. In den USA dürften die Zinsen dagegen nicht so stark sinken. Die Fed hatte bereits angekündigt, dass es wohl nur zu zwei weiteren Zinsschritten kommen wird. Sie hat Sorge, dass die Inflation tendenziell wieder zurückkehren könnte.

Ein Grund hierfür sind die unerwartet stark gestiegen US-Löhne. Der jüngste US-Arbeitsmarktbericht sollte auch der künftigen Trump-Regierung jedenfalls eine kleine Warnung sein, es mit der Reflationierung der Wirtschaft nicht zu übertreiben. Mit 4,24 % bewegte sich die Arbeitslosenquote im November seitwärts, allerdings bei unerwartet stark gestiegenen Stundenlöhnen (0,4 % gegenüber Oktober). Ein leichter Konjunkturschub würde ausreichen, um – wegen fehlender Arbeitskräfte – den Lohndruck massiv zu steigern und damit die nächste Inflationswelle in Gang zu setzen.

Die Fed ist in diesem Umfeld nicht zu beneiden. Noch überwiegen die Argumente für Zinssenkungen. Das Zeitfenster für monetäre Lockerungen könnte sich indes im Laufe des Jahres schneller schließen als bislang von den Geldterminmärkten eingepreist wird.

Portfolioausrichtung

Zum Jahreswechsel fand die automatische Portfolioanpassung der Modellportfolien statt. Aufgrund des evtl. anstehenden Börsengewitters haben wir die Aktienquote leicht reduziert. So haben wir bspw. die Aktienquote im Flexiblen Modellportfolio von aktuell ca. 76 % auf ca. 72,5 % angepasst. Mit dieser Aktienquote sind wir aktuell neutral aufgestellt und können somit auf Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds jederzeit reagieren.

Sollten die Börsen in den ersten Wochen des neuen Jahres nochmal zulegen – ein durchaus typisches Muster – könnte es nötig sein, die Aktienquote weiter zu senken. Hierzu würde ich dann entsprechende Orderaufträge in die Onlinedepots einstellen.

Die sinkenden Zinsen und ein weiterhin intaktes globales Wirtschaftswachstum stimmen mich positiv. Wir bleiben also weiterhin auch positiv für Aktien eingestellt, wenn auch ein wenig vorsichtiger. Die drohenden politischen und wirtschaftlichen Konfliktpotentiale rund um das Thema steigender Zölle könnten zum Damoklesschwert werden. Aber KI wird auch weiterhin die treibende Kraft bleiben und vor allem die sog. Plattformökonomie weiter revolutionieren sowie den dortigen Unternehmen weiterhin hohe Gewinne liefern. Die Konzentration in diesem Marktsegment dürfte ebenfalls ungebremst weitergehen.

In Deutschland sieht es leider so aus, als ob die Wirtschaft ein drittes Jahr hintereinander schrumpfen wird. Das wäre das erste Mal, seit es die Bundesrepublik gibt. Das ist zwar für uns als Bürger extrem bitter, aber für die meisten DAX-Unternehmen, die bis zu 80 Prozent ihrer Umsätze im Ausland generieren, nicht sonderlich tragisch. Alleine die Dax-40-Unternehmen werden ihren Aktionären im Jahr 2025 insgesamt 52,2 Milliarden (also 52.200.000.000) Euro ausschütten. Wenn es uns durch politische und gesellschaftlich fragwürdige Akzentsetzungen in Deutschland schon nicht gelingt, das dringend benötigte Wirtschaftswachstum zu generieren, so müssen wir uns als Anleger an den global ausgerichteten Unternehmen beteiligen, um Vermögen zu bewahren und aufzubauen.

Haben Sie Mut für das Investment in Aktien!

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US-Wahl 2024 https://sk-finance.com/marktinformationen/us-wahl-2024/ Wed, 06 Nov 2024 18:23:00 +0000 https://sk-finance.com/?p=374 Trump 2.0?

„Der Teufel wußte nicht, was er tat, als er den Menschen politisch machte.“

William Shakespeare

Es scheint so, als ob im Rennen um das Weiße Haus Donald Trump den Sieg davongetragen hat. Eine schnelle und geordnete US-Wahl sollte eine Erleichterung für die Märkte darstellen. Die Kapitalmärkte sind in der letzten Zeit ohnehin von einem Wahlgewinner Trump ausgegangenen. Daher sollte der Trump-Trade der vergangenen Wochen an der Börse wohl andauern.

Die Republikaner haben sich auch die Kontrolle über den US-Senat gesichert. Erstmals seit vier Jahren hat die Partei von Trump damit die Mehrheit in der kleineren der beiden Kongresskammer. In der anderen Kongresskammer, dem Repräsentantenhaus, liegen die Republikaner ebenfalls in Führung und könnte hier ihre Mehrheit verteidigen. Allerdings wird sich das dortige endgültige Endergebnis noch etwas hinziehen und wahrscheinlich wird das Ergebnis durch den Ausgang in Kalifornien bestimmt.

Mit einer republikanischen Mehrheit in beiden Kammern könnte Trump natürlich etwas leichter durchregieren. Dennoch herrscht auch im republikanischen Lager keinesfalls Einigkeit in allen Punkten (z.B. Höhe der Zölle), so dass es bei kleineren Mehrheitsverhältnissen im Kongress auch für den neuen Präsidenten weiterhin schwierig bleiben dürfte, seine im Wahlkampf skizzierten Pläne eins-zu-eins umzusetzen. Mitglieder beider Parteien besitzen jedoch starke wahltaktische Anreize, die Steuersenkungen zumindest teilweise zu verlängern. Dies dürfte die Aushandlung von Kompromissen zwischen den Parteien begünstigen.

Auswirkungen der US-Wahl

Die US-Wirtschaft dürfte durch den Sieg von Trump profitieren. Steuersenkungen werden den Verbraucher in den USA stärken. Auch die angedachten Steuersenkungen bei den Unternehmen dürften die US-Wirtschaft weiter unterstützen. Gerade die Entlastung der kleinen Unternehmen, diese stellen in Summe den Hauptarbeitgeber in den USA dar, dürfte seine Wirkung entfalten. Die verstärkte Konzentration auf sich selbst und auf die eigene Binnenwirtschaft, muss der USA (im Gegensatz zur übrigen Welt) nicht unbedingt schaden.

Für die europäische und insbesondere die deutsche Wirtschaft wird eine Regierung unter Donald Trump wohl eine Belastung darstellen und sowohl Unternehmen als auch Verbraucher verunsichern. Die angedrohten Strafzölle auf europäische Importe stellen hier nur ein Beispiel dar. Die Unberechenbarkeit seiner Politik wird auch Auswirkungen auf die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten haben. Wie diese konkret ausfallen werden, bleibt abzuwarten.

Die niedrigeren Staatseinnahmen sowie die zu erwartenden höheren -ausgaben will Trump über Zölle (dieses Vorhaben sehen jedoch viele Republikaner eher kritisch) und neue Schulden finanzieren. Bei einer Schuldenquote des Bruttoinlandsprodukts von ca. 120 % dürfte die Ausweitung der Schulden jedoch keinesfalls ganz leichtfallen. Bei den US-Staatsanleihen dürfte es wohl zu weiter steigende Renditen, insbesondere bei länger laufenden Anleihen, kommen. Die Furcht vor einer zu lockeren Fiskalpolitik und einem leichten Aufwärtstrend bei der Inflation dürfte dabei eine wichtige Rolle spielen. Die Anleihemärkte dürften hier also ihre Rolle regulatorisches Element durchaus einnehmen. Allerdings stellt die Zinslast nach wie vor (noch) kein großes Problem für die USA dar. Auch historisch betrachtet liegt die aktuelle Zinslast in den USA im Normalbereich. Es kommt auf die Leistungsstärke der Wirtschaft an und diese ist nach wie vor gegeben.

10-Years US Treasury Bond Yield Quelle: Yardeni Research – Stand 06.11.2024
Quelle: Yardeni Research – Stand 06.11.2024

Aber auch die Renditen kürzerer Laufzeiten könnten etwas unter Druck geraten, wenn die Aussicht auf weniger Zinssenkungen durch die Fed eingepreist wird. Bei der Fed halten viele Marktteilnehmer deshalb jetzt eher nur noch 4 als 6 Zinssenkungen für wahrscheinlich. Der US-Dollar dürfte weiterhin Stärke zeigen. Gerade auch gegen den Euro, da die Kapitalmärkte in der EU jetzt mehr Zinssenkungen erwarten als in den USA. Die Stärke des US-Dollars der vergangenen Monate lässt sich wohl hauptsächlich auf die besseren US-Konjunkturdaten und den starken Anstieg der US-Anleiherenditen zurückführen. Unter Trump kommen jetzt noch einige stärkende Faktoren (z.B. höhere Leitzinsen, Zölle usw.) hinzu.

Bei Aktien stehen die Chancen gut, dass der Trump-Trade weitergeht und wir weiterhin steigende Kurse sehen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der Schwung nach der Wahl abnehmen dürfte. US- Aktien dürften outperformen – insbesondere die Unternehmen mit einem hohen Anteil an US-Erträgen.

Europa könnte leiden. Für den wohl eher unwahrscheinlichen Fall, dass Trump und Putin sich tatsächlich auf einen Waffenstillstand in der Ukraine einigen könnten, würden europäische Unternehmen profitieren. Auch China könnte aufgrund der Zölle Probleme bekommen. Dies könnte die Volatilität in den Schwellenländern eher erhöhen. Da der letzte Stimulus der chinesischen Regierung eher enttäuschend ausfiel, könnte sie hier evtl. nachlegen. Insgesamt sollten die Unternehmen weltweit aber auf Trump 2.0 relativ gut vorbereitet sein.

Gold sowie Rohstoffe insgesamt werden immer stärker von geopolitischen Faktoren bestimmt. Hier bleiben die konkreten Auswirkungen einer Trump-Regierung abzuwarten.

Portfolioausrichtung

Immer wieder betone ich, dass die mittelfristigen Auswirkungen von Wahlen auf die Aktienmärkte geringer sein könnten, als es um den Wahltermin herum den Anschein hat. Natürlich steht eine US-Wahl im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Medien und jeder Politiker, Reporter, Analyst, Volkswirt usw. hat das Bedürfnis sich positionieren zu müssen. Aber welchen Einfluss auf die Kapitalmärkte hat sie wirklich? Während der letzten Trump-Präsidentschaft erzielte der S&P 500 eine Gesamtrendite von +70 %. Seit Beginn der Präsidentschaft Bidens sind die Märkte um etwa +80 % gestiegen. Andere Faktoren, die im Hintergrund wirken, scheinen für die Aktienmärkte also wesentlich wichtiger zu sein als die Politik an sich.

US-Energiesektor: Trump vs. Biden Quelle: FFB - Wahltage sind keine Wett-Termine – Stand 04.11.2024
Quelle: FFB – Wahltage sind keine Wett-Termine – Stand 04.11.2024

Bei der langfristigen Kapitalanlage sollten Wetten niemals eine Rolle spiele. Gerne sorgen selbst ernannte Experten auf den Social-Media-Kanälen für Verunsicherung und erklären, warum man diese und jene Wette bei diesem oder jenen Wahlausgang eingehen soll. All diese Vorhersagen und vermeintlichen Tipps haben eins gemeinsam: Sie sind absoluter Unsinn! Ein schönes Beispiel hierfür: Trump und der US-Energiesektor. Schon im Wahlkampf vor seiner Präsidentschaft ab 2017 versprach Trump „Amerika wieder groß zu machen“ und auch die Ölindustrie sowie die Energiewirtschaft von „unsinnigen“ Auflagen zu befreien. Wer damals in seiner Anlage darauf gewettet hat und den Schwerpunkt auf den US-Energiesektor legte, dürfte enttäuscht worden sein. Denn während der Präsidentschaft von Trump gab der Kurs von US-Energietiteln um rund 38 % nach (siehe Grafik US-Energiesektor: Trump vs. Biden).

Industrielle Stärke lässt sich nicht einfach verordnen. Auch ein US-Präsident kann gegen eine Wirtschaft, die sich schon jenseits des zyklischen Zenits befindet und dann noch von einer globalen Pandemie ausgebremst wird, nichts ausrichten. Eine einbrechende Produktion sorgte für einbrechende Nachfrage nach Energie, was sich auf die Kurse im Sektor niederschlug. Da kann

Wer also auf ein bestimmtes Ereignis bei einer Wahl und seine Auswirkungen auf den Kapitalmarkt wettet, hat schon verloren. Für eine langfristige Kapitalmarktstrategie ist es wichtig, sich ein umfassendes Bild zu machen. Dabei können die unterschiedlichsten Einflussfaktoren deutlich entscheidender sein als die beabsichtigte bzw. versprochene wirtschaftliche Weichenstellung eines US-Präsidenten. Inflation und Leitzinsen, Pandemie und Mega-Trends wie das Potenzial von KI oder heute gänzlich unvorhergesehene Ereignisse: Sie alle haben das Zeug, Aktienmärkte weit mehr zu beeinflussen als die Wirtschaftspolitik eines einzelnen Regierungschefs – und sei es der Präsident der USA.

Wir werden deshalb unserem Grundsatz treu bleiben und die Aktienquoten in allen drei Strategien wesentlich höher halten als es in den allermeisten Portfolien deutscher Anleger der Fall ist. Laut einer aktuellen DZ Bank-Analyse hätten deutsche Haushalte seit 2011 über 700 Milliarden Euro mehr Vermögen aufgebaut, wenn sie stärker in Aktien investiert hätten. Weil die deutschen Anleger aber lieber sparen, statt anzulegen, versauert ihr Geld leider auf dem Giro- und Tagesgeldkonten. Mit ca. 72 % Aktienquote im Flexiblen Modellportfolio sind wir aktuell neutral aufgestellt und können somit auf Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds jederzeit reagieren.

Haben Sie Mut für das Investment in Aktien!

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Carry Trades https://sk-finance.com/marktinformationen/carry-trades/ Fri, 23 Aug 2024 19:47:00 +0000 https://sk-finance.com/?p=382 Der Crash vom 5. August 2024

„Selbst der kluge Investor braucht wahrscheinlich beträchtliche Willenskraft, um der großen Masse zu wiederstehen.“

Benjamin Graham

Die starken Marktturbulenzen Anfang August führten zu einer sehr großen Verunsicherung bei Anlegern weltweit. Am 5. August 2024 brachen weltweit verschiedene Indizes um zweistellige Prozentwerte ein. Aktien, Krypto-Anlagen und einigen Währungen erlebten heftige Kursrücksetzer. Dieses Datum wird wohl als schwarzer Montag in die Geschichte der Finanzmärkte eingehen.

Es gab eine Vielzahl von möglichen Begründungen: Die sich abzeichnende Rezession in den USA, die hartnäckige Weigerung der Federal Reserve, die Zinsen zu senken, der immer weiter eskalierende Konflikt im Nahen Osten und die Angst vor dem Platzen einer Spekulationsblase bei Technologieaktien. Für viele Experten könnten jedoch so. „Carry Trades“ der eigentliche Auslöser der heftigen Marktkorrektur gewesen sein.

Carry Trades

Bei einem Carry nehmen Anleger Kapital in einer Währung mit einem niedrigen Zinssatz auf (z.B. japanische Yen), um es in einer Währung mit höherem Zinssatz anzulegen (z.B. amerikanischer Dollar). Die Differenz zwischen den beiden Zinssätzen, der sogenannte „Carry“, ist die potenzielle Rendite für den Anleger.

Carry Trades sind eine sehr beliebte Anlagestrategie, denn sie bieten das Potenzial für überdurchschnittliche Renditen, insbesondere in Zeiten niedriger Zinsen. Gerade bei institutionellen Anlegern ist diese Handelsstrategie in den vergangenen Jahren sehr populär geworden, da sie aufgrund regulatorischer Vorschriften bspw. Risiken am Aktienmarkt nicht eingehen dürfe. Das Volumen dieser Carry-Trades dürfte sich über die Jahre hinweg auf einige Billionen US-Dollar aufgebaut haben.

Doch wie jede Anlagestrategie birgt auch der Carry Trade selbstverständlich Risiken. Hier ist insbesondere das Risiko von plötzlichen Wechselkursschwankungen zu nennen. Wenn die Finanzierungswährung gegenüber der Anlagewährung aufwertet, kann dies zu erheblichen Verlusten führen, die im schlimmsten Fall sogar das eingesetzte Kapital übersteigen können.

Chart Renditestrukturkurven Quelle: DWS – Charts zur Marktentwicklung – Juli 2024
Quelle: DWS – Charts zur Marktentwicklung – Juli 2024

Yen-Aufwertung und Deleveraging

Im Juli 2024 hob die Bank of Japan (BoJ) überraschend den Leitzins um 15 Basispunkte auf insgesamt 25 Basispunkte an und erwischte damit viele Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß. Die Entscheidung der BoJ sticht insbesondere auch deshalb heraus, da die meisten anderen großen Zentralbanken in den vergangenen Monaten die Zinsen entweder senkten oder auf einem niedrigen Niveau hielten, um die wirtschaftliche Erholung zu unterstützen.

Die Änderung der BoJ-Politik führte zu einer Aufwertung des Yen gegenüber anderen Währungen. Da der Yen sehr häufig für Carry Trades genutzt wird, resultierten daraus potenzielle Bewertungsverluste für bestehende Carry-Trade-Positionen. In der Folge mussten viele Investoren ihre Carry-Trade-Strategien anpassen. Dies löste eine große Welle an Deleveraging aus. Beim Deleveraging müssen viele Marktteilnehmer ihre Verschuldung (Leverage) rasch reduzieren, indem sie Kredite zurückzahlen oder Vermögenswerte verkaufen.

Auch innerhalb einer Carry-Trade-Strategie müssen Anleger ihre Positionen auflösen. Mit einem Mal wollten sehr viele Menschen durch eine viel zu kleine Tür. Kapitalanlagen in Dollar, Euro oder anderen Währungen wurden aufgelöst und das Geld in Yen getauscht. Die Folge war ein massiver Verkaufsdruck in vielen risikoreichen Anlageklassen, eine deutliche Aufwertung des Yen innerhalb kurzer Zeit und die Flucht in sichere Häfen der Kapitalanlage, allen voran US-Staatsanleihen. Der japanische Standardaktienindex NIKKEI 225 hatte am Montag, den 5. August mit mehr als 12 Prozent den größten Kursverlust innerhalb eines Tages seit 1987 zu verzeichnen.

Nach Angaben verschiedener amerikanischer Investmenthäuser sollten mittlerweile rund 75 Prozent der relevanten Carry Trades aufgelöst sein. Zwar spricht die absehbar sinkende Zinsdifferenz zwischen dem US-Dollarraum sowie anderen Regionen und Japan für eine weitere Aufwertungstendenz des Yen, allerdings dürften ähnlich heftige Bewegungen wie Anfang August ausbleiben.

Bei den heutzutage vorherrschenden hohen Interdependenzen an den Kapitalmärkten kann sich eine solche Welle selbst verstärken, da fallende Kurse weitere Anleger zum Auflösen ihrer Positionen zwingen und somit den Verkaufsdruck weiter erhöhen. Zusammen mit dem schwachen Arbeitsmarktbericht aus den USA einige Tage zuvor kam es dann zu dem massiven Verkaufsdruck an den Kapitalmärkten.

Inflationsraten weltweit - Quelle: DWS – Charts zur Marktentwicklung – Juli 2024
Quelle: DWS – Charts zur Marktentwicklung – Juli 2024

Volkswirtschaftliche Zahlen lassen dennoch hoffen

Klar ist, dass die US-Wirtschaft weiter abkühlt. Auch in Europa und China deuten viele Frühindikatoren, Einschätzungen zum Geschäftsklima und Industrieproduktionszahlen eine weitere Abkühlung an. Die entscheidende Frage bleibt weiterhin, ob der Weltwirtschaft ein Softlanding gelingt oder ob sie stärker einbricht.

Der überraschende Anstieg der Arbeitslosenquote in den USA ist auch auf einen Anstieg des Arbeitskräftepotenzials zurückzuführen. So haben zuletzt wieder mehr Menschen erstmals seit längerer Zeit aktiv Arbeit gesucht und sind dadurch in den Statistiken neu erschienen. Allerdings dürfte die noch robuste Entwicklung im Dienstleistungssektor eine größere Entlassungswelle und damit einen deutlichen Einbruch des privaten Konsums verhindern.

Zudem sind im laufenden Jahr tatsächlich noch einige Leitzinssenkungen vonseiten der Fed zu erwarten, wodurch die Wirtschaft entlastet werden sollte. Nicht zuletzt sind Wahljahre in der Regel positive Aktienmarktjahre, denn die Versprechungen des oder der neuen Präsidentin fallen zumeist positiv aus. Auch in Europa und in China ist angesichts des abnehmenden Inflationsdrucks und der schwachen Wirtschaftsentwicklung mit Zinssenkungen und ggf. fiskalischen Stützungsmaßnahmen zu rechnen, so dass die Hoffnung auf eine konjunkturelle Belebung in den kommenden Quartalen die Aktienkurse zusätzlich stützen dürfte.

Portfolioausrichtung

Eine Zinssenkung in USA wird wohl mit nahezu absoluter Sicherheit auf der nächsten Fed-Sitzung am 18. September beschlossen werden. Das signalisiert u.a. der sog. „Dot Plot“ der Fed. Der „Dot Plot“ ist eine grafische Darstellung der individuellen Zinsprognosen der 18 Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC). Die Frage lautet eigentlich nur noch: Kommt eine Zinssenkung um 0,25 % oder 0,5 %?

Seit Monaten galt an den Börsen die Regel, dass schwache Konjunkturdaten die Aktienkurse beflügelten, denn sie erhöhten die Wahrscheinlichkeit früherer und stärkerer Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed. Diese Sichtweise galt in der Korrekturphase durch die Carry Trades plötzlich nicht mehr. Die Angst vor einer Rezession und damit sinkenden Unternehmensgewinnen gewann die Überhand.

Unerfahrene Marktteilnehmer halten jede Zinssenkung für eine gute Nachricht im Hinblick auf die Aktienmärkte. Aber nicht jede Zinssenkung ist immer als „bullish“ für Aktien anzusehen. Es kommt vielmehr auf die Interpretation des Zinsschrittes durch die Kapitalmärkte an. Gehen die Zinsen ausschließlich runter, weil der Inflationsdruck nachlässt, dann wäre diese Sichtweise „bullish“ für Aktien. Müssen die Zinsen jedoch runter, weil der Arbeitsmarkt schlecht läuft (hohe Arbeitslosigkeit) und damit auch die Konjunktur ins Stottern gerät, wäre diese Sichtweise „bearish“ für Aktien. In diesem Szenario werden Risikoassets unter Druck geraten.

Schwankungen (auch stärkere) dürften den Kapitalmärkten in den kommenden Monaten also wohl erhalten bleiben. Zumal auch wichtige politische Ereignisse, wie die Wahl in den USA, bereits ihre Schatten vorauswerfen und durchaus das Potential haben die Nerven der Anleger auf die Probe zu stellen.

Wir haben die Aktienquoten in der letzten Korrektur um etwas mehr als 10 % angehoben. Mit ca. 75 % Aktienquote im Flexiblen Modellportfolio sind wir jetzt wieder neutral aufgestellt. Auch in den Modellportfolien Dynamik und Sparplan liegt die Aktienquote mit ca. 90 % im neutralen Bereich. Sollten die Anzeichen einer sich stärker abkühlenden Weltwirtschaft erhärten, werde ich die Aktienquoten wieder etwas reduzieren.

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Die erwartete Korrektur https://sk-finance.com/marktinformationen/die-erwartete-korrektur/ Mon, 05 Aug 2024 16:53:00 +0000 https://sk-finance.com/?p=385 Börsen deutlich unter Druck. Aber kein Grund zur Panik.

„Wer nie dabei ist, wenn die Börse runtergeht, ist auch nicht dabei, wenn`s wieder raufgeht.“

Prof. Dr. Kurt Schiltknecht

Zum Ende der vergangenen Woche drehten viele Börsen kräftig ins Minus. Die Korrektur setzt sich auch heute weiter fort und dürfte wohl noch einige Zeit andauern. Alleine heute (Montag, 5.8.) ist der japanische Nikkei-Index um -12,4 % eingebrochen. Seit seinem Rekordhoch vor nicht einmal 4 Wochen verliert der Nikkei somit ca. 25 % seines Wertes. Der Nikkei-Index befindet sich also bereits in einem Bärenmarkt (Kursverlust von über -20 %). Auch viele Technologiewerte sowie Kryptowährungen, wie z.B. Bitcoin, müssen deutlich zweistellige Verluste hinnehmen. Hauptauslöser dürfte das Zusammentreffen von zu optimistisch gepreisten Märkten mit schwachen neuen Konjunkturdaten sein. Auch die zunehmenden geopolitischen Spannungen und die Saisonalität spielen eine gewisse Rolle und verderben den Marktakteuren den Appetit auf Risiko.

Chartanalyse Nikkei - Quelle: Chartanalyse Nikkei – onvista – Stand: 05.08.2024
Quelle: Chartanalyse Nikkei – onvista – Stand: 05.08.2024

In den vergangenen Monaten kannten die Aktienmärkte nur eine Richtung. Viele Indizes und Einzelwerte stiegen von einem Höchststand zum nächsten. Egal ob gute oder schlechte Nachrichten, Fakten oder Daten – die Börsen stiegen. Dies ist eigentlich immer ein Hinweis darauf, dass die Börsenteilnehmer zu optimistisch sind und eine Korrektur bevorstehen könnte. Dennoch ist es äußert schwierig den genauen Zeitpunkt sowie das Ausmaß einer Marktkorrektur richtig zu antizipieren. Börsen können eine sehr lange Zeit irrational sein. Wie schon so oft erwähnt ist Market-Timing deshalb einfach nicht dauerhaft seriös möglich.

Zu viele zittrige Hände

Schon seit einiger Zeit herrschen zu optimistische Erwartungen an den Kapitalmärkten vor. Nur wenn dann weiterhin alles perfekt läuft, also Konjunktur, Ergebnisse der Unternehmen, Zinsen, politische sowie geopolitische Ereignisse usw. diese sehr hohen Erwartungen immer weiter erfüllen, könnten die hohen Bewertungen gerechtfertigt werden. Jetzt haben die schwachen Konjunkturzahlen in den USA, die zum Teil enttäuschend aufgenommene Firmenbilanzen und die aktuellen Entwicklungen im Nahost-Konflikt für Verkaufsdruck an den Aktienmärkten gesorgt.

Auch wenn die aktuellen Turbulenzen nicht ganz unerwartet kommen, werden sie viele Anleger doch wieder einmal stark erschüttern und nervös werden lassen. In den vergangenen Monaten haben wieder die berühmten „zittrigen Hände“ starken Einzug an der Börse gefunden. Unerfahrene Anleger, die also einen viel zu kurzen Anlagehorizont besitzen, ihre eigene Risikotragfähigkeit überschätzen und den unrealistisch schnellen Gewinn suchen. Sie werden die Nerven verlieren und mit großen Verlusten den Preis für die falsche Herangehensweise beim Investieren bezahlen. Der Verkaufsdruck dieser Anleger wird die Märkte erstmal weiter belasten.

Schwäche der Wirtschaft

Der globale Industriezyklus scheint erneut an Schwung zu verlieren. In Europa sind die Industrieproduktion und die Auftragseingänge bereits seit einiger Zeit schwach. In jüngster Zeit haben sich nun auch die sogenannten weichen Indikatoren, welche die Stimmung im Unternehmenssektor abbilden, wieder abgeschwächt. Während die Märkte schon seit geraumer Zeit das Narrativ vom „schwachen China“ eingepreist haben, hat der jüngste 2-Punkte-Rückgang des Caixin-PMI für das verarbeitende Gewerbe in China diese Sorgen noch verstärkt.

Der am Donnerstag veröffentlichte US ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe bestätigt auch die Schwäche in den USA. Vor allem die Komponenten Beschäftigung und Aufträge zeichnen ein recht schwaches Bild. Bislang war der starke Arbeitsmarkt der entscheidende Faktor, welcher die US-Wirtschaft vor einer Rezession bewahrt hat. Während das Beschäftigungswachstum weiterhin positiv ist, war der US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag ein weiteres Zeichen für die Schwäche in den Vereinigten Staaten. Mit 4,3 Prozent notiert die Arbeitslosenquote in den USA nun auf dem höchsten Stand seit Oktober 2021. Auch wenn es sich hierbei um einen nachlaufenden Indikator handelt, ist die Gefahr einer sinkenden Konsumfähigkeit doch real. Da die US-Wirtschaft stark vom Konsum abhängt, lässt dies die Sorgen der Marktteilnehmer deutlich ansteigen.

Immerhin deuten die meisten regionalen Einkaufsmanagerindizes der großen Volkswirtschaften immer noch auf eine zunehmende Aktivität der Wirtschaftsleistung hin. In den nächsten Wochen sollte das Bild, gerade auch im Dienstleistungssektor, aufgrund weiterer Datenveröffentlichungen deutlicher werden.

Weitere Schwankungen ja, aber kein ausgewachsener Bärenmarkt

Die starke Entwicklung an den Aktienmärkten wurde bislang insbesondere durch die Erwartungen in Bezug auf die Investitionsausgaben in den Bereichen Technologie und Künstliche Intelligenz getrieben. Diese hatten bislang auch die Sorgen über die Schwäche im Industriebereich mehr als kompensiert. Zudem haben die Börsen die schwächeren Wirtschaftsdaten einfach ignoriert und sich auf die positive Interpretation konzentriert, dass eine schwächere Wirtschaft die Inflation dämpfen und den Weg für Zinssenkungen frei machen würde. Zwar tun sich die gemeldeten offiziellen Inflationsraten noch schwer auf dem Weg zur 2-Prozent-Marke, doch gibt es zahlreiche Anzeichen dafür, dass der unterliegende Inflationsdruck nachlässt. Daher dürfte die erste Zinssenkung der Fed nur noch eine Frage von Wochen sein.

Aktien nicht mehr so günstig – Korrektur folgerichtig

FED's Stock Valuation Model Quelle: S&P 500 Stock Price Index – From Post-Recovery High to Next New High – Yardeni Research
Quelle: S&P 500 Stock Price Index – From Post-Recovery High to Next New High – Yardeni Research

Aus Sicht der Märkte bleibt es jedoch ein schmaler Grat zwischen Wirtschaftsindikatoren, die schwach genug sind, um Zinssenkungen zu rechtfertigen, aber gleichzeitig nicht zu stark einbrechen, um auf eine Rezession hinzudeuten. Nach einer monatelangen „schlechte-Nachrichten-sind-gute-Nachrichten“-Interpretation begannen nun schlechte Nachrichten den Markt zu beunruhigen, trotz der Aussicht auf bevorstehende Zinssenkungen. Es mehren sich die Stimmen, die befürchten, dass besonders die amerikanische Zentralbank Fed „hinter die Kurve“ fallen könnte. Es bleibt die Frage, ob der Wirtschaft tatsächlich das sog. „Softlanding“ hinbekommt.

Zusätzlich zur wirtschaftlichen Schwäche belasten die geopolitischen Spannungen, insbesondere im Hinblick auf die Lage im Nahen Osten, die Börsen zunehmend. Auch die Saisonalität spielt eine Rolle. Bis Mitte Juli entsprach die Entwicklung des S&P 500 im Jahr 2024 fast genau der des Jahres 2023. Genau wie es schon 2023 der Fall war, scheint die Luft jetzt dünner zu werden.

Die Schwankungen an den Börsen dürften hoch bleiben, aber ein ausgewachsenen Bärenmarkt sehen wir aufgrund der aktuellen Makrodaten der Wirtschaft und der Handlungsspielräume der Notenbanken nicht.

Portfolioausrichtung

Es dürfte in der kommenden Zeit viel ungemütlicher an den Börsen werden als in den letzten 18 Monaten. In meinen letzten Marktinformationen hatte ich dies bereits angekündigt. Es gilt sich jetzt gut anzuschnallen, nicht in Panik zu geraten und die Verhältnismäßigkeit von Kursrückgängen zu den (viel zu starken) Kursgewinnen der vergangenen Monate richtig einzuschätzen.

Wir sind seit der Umstellung auf die neuen Modellportfolien mit ca. 65 % Aktienquote im Flexiblen Modellportfolio defensiv aufgestellt. Auch in den Modellportfolien Dynamik und Sparplan liegt die Aktienquote mit 80 % am unteren Rand der Bandbreite. Wir haben somit genügend Cash und defensive Werte in den Portfolien und werden dies jetzt schrittweise zu Nachkäufen bei Aktien nutzen.

Wie bereits ebenfalls geschrieben, wird es für Anleger, die sich im letzten Jahr die angeblich attraktiven kurzfristigen Zinsen auf Festgelder usw. gesichert habe, problematisch werden. Die Zinsen sind bereits gefallen und werden wahrscheinlich weiter fallen, was die Neuanlage in solche Produkte weniger attraktiv gestalten wird. Die aktuell starke Korrektur bei den Aktien bietet diesen Anlegern jetzt nochmals eine großartige Gelegenheit das Geld langfristig sinnvoll in die Portfolien mit hohen Aktienquoten zu investieren. Nutzen Sie diese Chance!

Haben Sie Mut für das Investment in Aktien!

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20 Jahre SK Finance https://sk-finance.com/marktinformationen/20-jahre-sk-finance/ Thu, 01 Aug 2024 19:26:00 +0000 https://sk-finance.com/?p=389 Kontinuität, Beständigkeit und ein langfristiger Anlagehorizont machen in der Vermögensanlage den Unterschied. Diese Grundsätze habe ich auch in meinem eigenen Unternehmen stets verfolgt. Heute vor genau 20 Jahren, am 01.08.2004, habe ich mein Unternehmen SK Finance gegründet. Ziel war es Privatanlagern die enorm wichtige Bedeutung der Börse – und hier insbesondere der Aktien – für den eigenen Vermögensaufbau bzw. -erhalt zu erklären und in einer Anlagestrategie konkret umzusetzen. Dies ist uns – denke ich – hervorragend gelungen.

Chart Dax im Wandel der Zeit - Quelle: Charts zur Marktentwicklung Juli 2024 - DWS
Quelle: Charts zur Marktentwicklung Juli 2024 – DWS

In den letzten 20 Jahren galt es selbstverständlich viele Herausforderungen zu meistern und auch zukünftig wird sich daran nichts ändern. Doch mit Kontinuität, Beständigkeit und einem langfristiger Anlagehorizont steht SK Finance bei der Geldanlage weiterhin an Ihrer Seite.

Mein herzlicher Dank gilt allen Kunden und Mitarbeitern, die SK Finance in dieser Zeit begleitet und unterstütz haben! Ich freue mich auf eine erfolgreiche Weiterführung unserer Zusammenarbeit.

Haben Sie Mut für das Investment in Aktien!

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