Geldanlage

Bei der Geldanlage gilt es viele Aspekte zu berücksichtigen. Wie so oft im Leben spielt dabei Wissen eine ganz entscheidende Rolle. Auf unseren Internetseiten möchten wir für Sie die wichtigsten Grundlagen bei der Geldanlage kurz anreißen.

Geldanlage

 

 

 

 

 

 

„Es ist besser, einen Tag im Monat über sein Geld nachzudenken, als einen ganzen Monat dafür zu arbeiten.“ (John D. Rockefeller)

Doch zuvor noch einen Schritt zurück. Was ist Geld?
Geld ist ein Mittel zur Erfüllung persönlicher Wünsche. Welche Wünsche das sind, hängt von einem selbst ab. Für den einen ist es der sorgenfreie Ruhestand, für einen anderen die Absicherung der Familie und für den nächsten die Unterstützung ökologisch sinnvoller Ziele. Es ermöglicht einem die Freiheit bestimmte Ziele, die einem persönlich wichtig sind, zu verfolgen. Geld ist aber niemals Selbstzweck. Das ist meine Überzeugung.

 

Was unterscheidet Geldanlage, Kapitalanlage, Investment und Spekulation?

In der Finanzwelt finden sich zum Thema Geldanlage verschiedene Begriffe. Oftmals werden sie als Synonyme verwendet, was bei genauer Betrachtung jedoch falsch ist. Allgemein versteht man heute unter Geldanlage die Investition von Kapital in ein Produkt des Finanzmarktes, mit dem Zweck der Gewinnerzielung. Im engeren Sinne fallen unter Geldanlage allerdings nur diejenigen Finanzprodukte, in die man sein Kapital kurz- bis mittelfristig investiert, wobei oftmals eine gewisse Sicherheit eine größere Rolle spielt. Möchte man sein Geld längerfristig anlegen, spricht man korrekter Weise von einer Kapitalanlage und nicht mehr von einer Geldanlage. Zum besseren Verständnis setzen wir jedoch die Begriffe Geld- und Kapitalanlage gleich.

Bei SK Finance steht das Investment im Vordergrund unserer Handlungen. Bei einem Investment handelt es sich um eine robuste Geldanlage, die bestimmte Bedingungen und Qualitätsansprüche erfüllen muss. Auch Spekulationen werden oftmals als Geldanlage bezeichnet. Aus unserer Sicht erfüllen Spekulationen jedoch wichtigen Voraussetzungen für eine vernünftige Geldanlage nicht und stellen daher keine Investition dar. John Bogle (Gründer von Vanguard) bringt es folgendermaßen auf den Punkt: „Eine Spekulation ist eine Wette darauf, was andere über ein bestimmtes Investment den­ken. Bei einem Investment hingegen geht es darum, vom Wachstum des Gewinns eines Unternehmens langfristig zu profitieren. Entscheidend ist also der innere Wert einer Ak­tie und nicht ihr Marktpreis. Im Prinzip ist die Börse damit nichts anderes als eine gigantische Ablenkung bei der Ar­beit des Investierens.“ Weitere Informationen finden Sie auch unter unserer Investmentphilosophie.

 

Grundlagen der Geldanlage

Jede Geldanlage lässt sich anhand der wichtigen Anlageziele Rendite (Rentabilität), Risiko (Sicherheit) und Liquidität (Verfügbarkeit) beurteilen. Diese Kriterien stehen in einem Spannungsverhältnis (magisches Dreieck).

Magisches Dreieck der Geldanlage

 

 

 

 

 

 

Ein einzelnes Geldanlageprodukt kann die unterschiedlichen Ziele niemals alle uneingeschränkt erfüllen – es besteht immer ein Zielkonflikt. So sind bspw. Geldanlagen mit hoher Sicherheit und schneller Verfügbarkeit zwangsläufig weniger rentabel. Jeder Anleger muss daher bei seinen Entscheidungen zur Geldanlage Präferenzen bei der Optimierung der Anlageziele setzen. Die drei hier genannten Kriterien lassen sich selbstverständlich noch um weitere Anlageziele (z.B. Nachhaltigkeit) ergänzen.

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlichster Anlageinstrumente, die sich u.a. bzgl. der möglichen Anlageziele und der Kosten unterscheiden. Auch hier spielt das Wissen über einzelne Produkte, deren Chance-Risiko-Position, die rechtliche Ausgestaltung usw. eine ganz entscheidende Rolle. Darüber hinaus bestimmt der gewählte Zeithorizont ganz entscheidend über die Auswahl der Anlageinstrumente. Zu oft wird der Zeithorizont von Privatanlegern viel zu kurz gewählt. Somit schneidet man sich, häufig vollkommen unnötig, von Renditemöglichkeiten ab.

 

Für eine Geldanlage sind folgende Punkte immer entscheidend:

Das Verständnis der Geldanlage an sich:

  • Es gibt nur 5 originäre Vermögens- bzw. Assetklassen:
    • Eigenkapital (Aktien sind hier die bekannteste Form)
    • Langfristiges Fremdkapital (z.B. Staatsanleihen)
    • Kurzfristiges Fremdkapital (z.B. Tagesgeld)
    • Rohstoffe
    • Immobilien
  • Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl von derivativen Assets:
    • Derivate oder Alternative Assets (z.B. Optionen, Zertifikate, Holz, Kunst, Wein usw.)
    • Diese bieten aufgrund verschiedener Umstände oftmals sehr schwer nachzuvollziehende Rendite-/Risikoprofile und sind deshalb für Privatanleger fast immer ungeeignet.
  • Bei einer vernünftigen Geldanlage müssen immer alle Vermögensklassen (Aktien, Anleihen, Rohstoffe usw.) in einem Portfolio auf die individuelle Risikoeinstellung des Anlegers abgestimmt Der Anlagehorizont muss einen vernünftigen Zeitraum umfassen und bestimmt zusammen mit der individuellen Risikoeinstellung die grundsätzliche Risikoausrichtung des Portfolios. Gleichzeitig muss ein Anleger flexibel auf die sich ändernden Märkte reagieren können, ohne die langfristige Strategie ständig ändern zu müssen.
  • Die Geldanlage sollte immer über Investmentfonds erfolgen. Investmentfonds (egal ob aktiv gemanagte Fonds oder aber über passive ETFs) bieten einen sehr kostengünstigen, professionellen und flexiblen Zugang zu allen Vermögensklassen. Je nach Ausgestaltung bieten sie darüber hinaus dem Geldanleger auch den höchstmöglichen Insolvenzschutz.
  • Bei der Geldanlage stellen die ständige Beschäftigung mit der Wirtschaft und den Kapitalmärkten, das Auseinandersetzen mit Branchenentwicklungen und Unternehmenskennzahlen (Bilanz, GuV usw.) sowie die Analyse der einzelnen Fonds und deren Manager wichtige Grundlagen dar. Man muss verstehen, was der Fonds bzw. der Fondsmanager mit dem Geld macht, ob es Änderungen in den Marktrahmenbedingungen zu beachten gilt, die für den Fonds nachteilig sein könnten u.v.m.

 

Das Verständnis von Rendite und Risiko:

Beides ist bei der Geldanlage untrennbar miteinander verbunden. Es gibt keine Rendite ohne Risiko! Wohl aber Risiko ohne Rendite! Und nicht erst seit den Niedrigzinsen…

 

Rendite:

  • Es gibt keine Rendite ohne Risiko! Dieser grundlegende Zusammenhang wird immer wieder vergessen. Anleger lassen sich deshalb nur allzu gerne von den Versprechungen und Werbungen der Finanzindustrie täuschen, welche die Renditemöglichkeiten übertrieben darstellt und/oder die Risiken verschweigt.
  • Sehr oft erkennen Privatanleger nicht, woher die Rendite eines Finanzinstrumentes tatsächlich stammt. Ist das Produkt so hervorragend? War es Glück? Welche Rolle spielten die Rahmenbedingungen der Märkte im jeweiligen Betrachtungszeitraum. Dies verleitet die Anleger immer wieder dazu die Qualität bestimmter Produkte vollkommen falsch einzuschätzen.
  • Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten um eine Rendite zu berechnen, die alle zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.
    • diskret – logarithmiert?
    • arithmetisch – geometrisch?
    • zeitgewichtet – wertgewichtet?
    • finanzmathematisch exakte Ermittlung oder Näherungsverfahren?
    • brutto – netto?
  • Sehr oft konzentrieren sich Privatanleger auf den kurzfristigen Erfolg bestimmter Produkte. Sie entwickeln einen Herdentrieb, der ihnen oftmals kurzfristig Erfolg, aber langfristig immer Verlust einbringen wird.

 

Risiko:

  • „Risiko entsteht dann, wenn Anleger nicht wissen, was sie tun.“ (Warren Buffett; Value-Investor; Chairman von Berkshire Hathaway)
  • Die meisten Privatanleger in Deutschland können Risiko und auch ihre eigene Risikobereitschaft nicht richtig einschätzen.
  • Sehr gerne werden in Deutschland Produkte vertrieben, bei denen der Anleger das Risiko oftmals erst dann erkennt, wenn es zu spät ist. Hierzu gehören u.a. klassische Lebens- und Rentenversicherungen, Anlagen mit Garantien, viele Anlagen in Immobilien usw.
  • Bei der Geldanlage versteht man unter Risiko oftmals nur und ausschließlich die Schwankung (Volatilität) der Investments. Je höher die Schwankung, desto höher das Risiko.
  • Aus unserer Sicht ist dies eine zu kurz gehaltene Definition. Die Schwankung des Investmentwertes an sich stellt für uns bei einem angemessenen Anlagehorizont kein Risiko dar.
  • Da Rendite und Risiko zwei Seiten ein und derselben Medaille sind, bedeutet höheres Risiko (Schwankung) auch höhere Renditeerwartung. Es ist daher wichtig zu verstehen, wie das sog. Risk-Reward-Verhältnis (verkürzt: Wird das einzugehende Risiko durch die mögliche Rendite gerechtfertigt) eines einzelnen Investments und auch der gesamten Geldanlage ist.
  • Wir verstehen bei der Geldanlage unter Risiko den dauerhaften Wertverlust des Vermögens! Dies gilt es auf jeden Fall zu vermeiden.
  • Ein global aufgestelltes Aktienportfolio ist deshalb bei entsprechend langen Anlagehorizont, aus unserer Sicht, keine risikoreiche, sondern eine sichere und rentable Geldanlage.
  • Die individuelle Risikoeinstellung wird durch die Parameter Risikotoleranz, Risikotragfähigkeit und Risikobereitschaft bestimmt.

Risikoeinstellung bei der Geldanlage

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei der Geldanlage äußert sich die Risikobereitschaft in drei Formen – risikofreudig, risikoavers und risikoneutral. In der Kapitalmarkt- bzw. Entscheidungstheorie nimmt man an, dass Anleger normalerweise risikoavers agieren. Risikoaversion bezeichnet die Eigenschaft eines Investors, bei der Wahl zwischen mehreren Alternativen gleichen Erwartungswerts (z.B. hinsichtlich der möglichen Rendite) stets die Alternative mit dem geringsten Risiko hinsichtlich des Ergebnisses – und damit auch dem geringstmöglichen Verlust – zu bevorzugen. Risikoaversion bedeutet also nicht, dass Anleger so risikoscheu sind, dass sie überhaupt kein Risiko eingehen wollen. Es bedeutet vielmehr, dass sie unnötige Risiken vermeiden wollen und für das eingegangene Risiko auch entlohnt werden möchten. Das Risk-Reward-Verhältnis einer Geldanlage ist also entscheidend.

 

Anlagedauer und Anlagehorizont:

  • Eine vernünftige Geldanlage bedarf einer ausreichend langen Anlagedauer. Börsenverläufe lassen sich nämlich auf kurze bis mittlere Sicht nicht prognostizieren. Keiner kann wissen, wo sich der DAX am Jahresende befindet, es sei denn, er hat eine Kristallkugel. Prognosen sind deshalb blanker Unsinn und führen Anleger nur in die Irre. Entsprechend kann man auch Krisen nicht vorhersagen (sonst könnte man sie ja vermeiden). Dadurch spielt die Wahl eines langen Anlagehorizontes eine ganz entscheidende Rolle bei der Geldanlage.
  • Unterschied zwischen Anlagedauer und Anlagehorizont: Unter Anlagehorizont versteht man die Zeit, in der das Kapital voraussichtlich nicht benötigt wird und investiert werden soll. Grundsätzlich gilt: Je höher die möglichen Kursschwankungen, desto länger soll die beabsichtigte Investitionsdauer sein. Die Anlagedauer bezeichnet den Zeitraum, währenddessen das Geld tatsächlich investiert war.
  • Sehr oft besitzen Privatanleger einen zu geringen Anlagehorizont. Dadurch zwingen sie sich selbst in Geldanlagen mit sehr schlechten Rendite-/Risikoprofilen. Je kürzer der Anlagehorizont, desto weniger Schwankung kann man als Anleger verkraften.
  • Der Großteil des Privatvermögens in Deutschland liegt deshalb in wenig rentierlichen Zinsanlagen (z.B. Festgeld, Sparbuch, Tagesgeld, Lebensversicherung usw.). Hier wird oftmals nur der nominale Vermögenserhalt durch feste Zinsen betrachtet. Die Anleger sehen jedoch nicht, dass ihr Vermögen nach Abzug der Inflation real jedes Jahr an Wert verliert. Die viel zu geringen Renditen verhindern selbstverständlich auch einen tatsächlichen Vermögensaufbau.

 

Emotionale Stabilität:

  • Gier und Furcht – diese beiden extremen Emotionen bestimmen die Börse. Um trotzdem vernünftige Anlageentscheidungen zu treffen, bedarf es viel Erfahrung und einer emotionalen Stabilität.
  • Gerade Privatanleger lassen sich bei der Geldanlage viel zu stark von ihren Emotionen leiten. So spielen weniger die Fakten (wie z.B. Bewertungen) eine Rolle, sondern das Bauchgefühl bestimmt über Kauf oder Verkauf.
  • Dies führt dazu, dass Privatanleger oftmals an die Möglichkeit des Markt-Timings glauben. Sie glauben zu wissen, wie sich die Börse in der kommenden Zeit entwickeln wird. Dies ist ein gefährliches Missverständnis, denn niemand kann die Entwicklung der Börse kurz- bis mittelfristig vorhersagen. Bei der Geldanlage sollte man immer Demut gegenüber der Marktentwicklung haben. Um langfristig erfolgreich zu sein, benötigt man Geduld.

 

Fazit:

Nur wer als Geldanleger seine Ziele richtig bestimmt, die Anlageinstrumente versteht und seinen Zeithorizont vernünftig wählt, kann langfristig Erfolg haben. Darüber hinaus benötigt man eine klare Philosophie, eine langfristige und dennoch flexible Strategie sowie einen ausführlichen, regelbasierten und disziplinierten Anlageprozess, der nicht durch Emotionen bestimmt wird.

Als erfahrener Vermögensberater stehen wir Ihnen bei SK Finance mit unserem umfangreichen Wissen rund um das Thema Geldanlage zur Verfügung. Weitere Informationen zu unserem Service finden Sie unter Investment, Investmentphilosophie, Vermögensmanagement und Depot.

 

 

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