Geldanlage Blog – The Doomsayer is always right

von | Mrz 2, 2013 | Kapitalmarktanalysen

Metzler Marktausblick_KW10_2013Düster waren die Prognosen von führenden Ökonomen und Bestseller-Autoren – und falsch. Erfahren Sie mehr dazu im Geldanlage Blog – The Doomsayer is always right. Viele Experten, wie Paul Krugman, George Soros und Nouriel Roubini prophezeiten für 2012 die Insolvenz der Griechen und das Ende der Euro-Zone. Die Menschen mit Schreckensszenarien zu verunsichern ist vor allem eines: Ein äußerst lukratives Geschäft für alle Weltuntergangspropheten und das Ganze ohne eigenes Risiko! Tritt das Szenario ein, hatte der Prophet recht. Kommt es aber doch anders, haben wir das seinen wertvollen Warnungen zu verdanken oder vergessen die Fehlprognose einfach wieder schnell (Erinnern Sie sich noch an den letzten Weltuntergang?). In der Verhaltensforschung heißt es deshalb nicht umsonst: „The Doomsayer is always right!“

 

Auch dieses Jahr gibt es wieder viele Themen, die durchaus das Potential zu mehr oder weniger großen Horrorszenarien besitzen:

  • Die Wahl in Italien hat das Land (mal wieder) de facto regierungsunfähig gemacht. Über 50 % der Stimmen erhielten Parteien, mit denen die notwendige Konsolidierung der Haushalte nur schwer vorstellbar ist.  Sofort reagierten die Märkte mit Kursabschlägen an den Aktienmärkten und sprunghaftem Anstieg der Renditen von italienischen Anleihen. Die Euro-Krise kommt wieder stärker ins Bewusstsein der Märkte.
  • Die politischen Lager in den USA bleiben weiterhin tief gespalten. Das nur verschobene Fiscal Cliff steht wieder vor der Tür. Egal ob es bei den automatischen Haushaltskürzungen tatsächlich zu einem tiefen Fall über die Klippe kommt oder ob es nur ein kleinerer Sprung wird, die US Wirtschaft (und damit die Weltwirtschaft) wird darunter leiden. Wie bereits in der letzten Marktinformation geschrieben, sorgt die Fed mit Ihrem massiven „quantitativ easing (QE)“ jedoch weiterhin für ein starkes Gegengewicht.
  • Drohender Währungskrieg: Die Regierungen und Notenbanken vieler Länder haben in den vergangenen Jahren nichts unversucht gelassen, um Ihre eigene Währung zu schwächen. Galt eine starke Währung früher als Indikator für eine funktionierende Wirtschaft, wird sie heute eher als störendes Element bei der wirtschaftlichen Erholung angesehen. Eine starke Währung zwingt die jeweiligen Länder dazu ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit ständig unter Beweis zu stellen. Hierfür sind immer wieder (auch unangenehme) Reformen notwendig. Durch eine schwache Währung erhalten die Staaten auf eine augenscheinlich bequeme Art ihre Wettbewerbsfähigkeit zurück. Die künstliche Schwächung der Währung führt aber unweigerlich dazu, dass die Staaten bequem werden und die notwendigen strukturellen Reformen nicht durchführen. Als Investoren sollten wir eine solche Politik besonders kritisch beobachten und hinterfragen, denn dadurch wird auch die Kaufkraft unserer Ersparnisse und Investitionen entwertet. Besonders die Japaner sind in den vergangenen Wochen ins Visier einer solch gezielten Währungsabwertung geraten. Ein genauer Blick auf die Zahlen zeigt aber, dass gerade der Yen in den letzten Jahrzehnten im Vergleich eher aufgewertet hat (Die Aufwertung liegt hier aber nicht an der guten Wirtschaft. Im Gegenteil, durch die schwache Wirtschaftsleistung der Japaner und die zunehmende Veralterung der Gesellschaft wurden die Auslandsvermögen der Japaner abgebaut und in der Heimat zur Bestreitung des Lebensunterhaltes verwendet.). Der Wunsch der Japaner nach einer Abwertung ihrer Währung zur Ankurbelung ihrer strukturell schwachen Wirtschaft ist daher verständlich. Die US-Amerikaner hingegen haben in der Vergangenheit stark abgewertet, um die strukturellen Schwächen Ihrer Wirtschaft zu kompensieren. Der Wettlauf um die billigste Währung ist im vollen Gange. Viele Währungen (US-Dollar, Britisches Pfund und der Yen) dürften in den kommenden Monaten aufgrund der hohen Staatsverschuldungen (und der darauf ausgerichteten Geld- und Fiskalpolitik) weiterhin unter Druck bleiben. Für den Euro gilt: „Unter den Blinden ist der Einäugige immer noch König.“ Daher ist es nicht verwunderlich, dass die ersten Stimmen schon laut werden, die die Gefahr eines zu starken Euros beschwören. Eine Eskalation der Situation zu einem möglichen Währungskrieg würde den internationalen Handel und damit das Wirtschaftswachstum stark beeinträchtigen.

 

Warum Sie aber auch in diesem Jahr trotzdem wieder auf riskantere Assets (insbesondere Aktien) setzen sollten:

  • Die anhaltend massive Flutung der Kapitalmärkte mit frischem Geld wird zu weiterhin steigenden Kursen bei riskanten Assets führen. Dieses Geld sucht nach Anlagen und die sinnvollen Alternativen sind sehr begrenzt. Nachdem es auf den Märkten für gute Staatsanleihen keine vernünftige Rendite mehr gibt, die Kurse von guten Unternehmensanleihen und Emerging Markets Anleihen ebenfalls bereits stark gestiegen sind und auch die Kurse der sich in Schwierigkeiten befindlichen Staaten der Euro-Peripherie von ihren Tiefstständen der vergangenen Jahre zum Teil bereits wieder stark erholt haben, rücken die immer noch fair bewerteten Aktien in den Fokus der Anleger.
  • Die finanzielle Repression (oder wie es die US-Amerikaner plakativer ausdrücken „financial terrorism“) zwingt den Anleger zwecks Renditeerzielung in riskantere Assets. Ohne Risiko keine Rendite mehr! Bei extrem niedrigen Zinsen auf Tagesgeld, Sparbuch usw. muss der Kunde reagieren, um die Kaufkraft seines Geldes zu erhalten. Die Investition in Sachwerte ist daher für jeden Anleger ein absolutes Muss. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf meiner Homepage unter sk-finance.com → Finanzielle Repression.
  • The Great Rotation: In den vergangenen 30 Jahren gab es eine unglaubliche Hausse der Anleihekurse. Dies hat zu einer starken Verzerrung in der Vermögensallokation der Anleger geführt. Viele Großanleger (Versicherungen, Pensionsgesellschaften, Banken usw.) sind deshalb in Staatsanleihen sehr stark überinvestiert. Da bei Staatsanleihen aber keine vernünftige Rendite mehr erzielt werden kann, steckt in diesen ehemals „risikolosen Anlagen“ mittlerweile ein erhebliches Risiko. Dies haben auch die Großanleger erkannt. So haben beispielweise die Versicherung damit begonnen ihr Geld verstärkt in Sachwerte zu investieren. Dabei meiden sie bislang aber börsennotierte Sachwerte (also Aktien), um somit die ansonsten auftretenden Schwankungen zu vermeiden. Nicht börsennotierte Sachwerte besitzen aber einen erheblichen Nachteil gegenüber Aktien. Ihnen fehlt die Handelbarkeit und die tägliche Liquidität. Diese Vorteile der Aktie wurden in der Vergangenheit immer mit einem Bewertungsaufschlag honoriert, aber in den letzten Jahren vollkommen ungerechtfertigt mit einem Abschlag versehen. Dies wird sich zukünftig wieder ändern und die Zeit arbeitet daher für die Aktien. Die große Umschichtung hat bei vielen Anlegern noch nicht stattgefunden. Die letztjährige Aktien Hausse wurde von vielen Investoren komplett verpasst.

 

Portfolioausrichtung:

In den vergangenen Wochen habe ich deshalb begonnen, die Portfolien erneut offensiver auszurichten. Die Aktienquote wird entsprechend der jeweiligen Risikoeinstellung der Depots erhöht. Im Segment der Aktien setze ich verstärkt auf die Emerging Markets, um vom dort vorhandenen höheren Wirtschaftswachstum zu profitieren. Auch hier gilt es wieder breit zu streuen und auf hohe Qualität des Fondsmanagements zu achten. Wie bereits in den vergangenen Monaten mehrfach betont, sehe ich für die kommenden Monate kein starkes Wirtschaftswachstum. Die Staaten werden daher weiter gezwungen sein die Wirtschaft mit einer massiven Geldschwämme zu stärken. Aufgrund fehlender Alternativen und der weiterhin attraktiven Bewertung dürften Aktien in diesem Umfeld zulegen. Aufgrund des schwachen wirtschaftlichen Umfeldes muss dabei mit einer hohen Volatilität gerechnet werden.

 

Links:

Grundlegende Informationen darüber, worauf es beim Investieren ankommt, haben wir für Sie auf folgenden Seiten zusammengetragen.

 

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Herausgeber: SK Finance Consulting

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Über mich

Börsianer mit Leib und Seele. Jahrgang 1975. Geboren in Koblenz. Wohnorte Frankfurt am Main und Berlin. Seit über 25 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den internationalen Finanz- und Kapitalmärkten.

Sascha Knapp

 

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